Bilanz zur Kartoffelernte
Erdäpfel machen wieder Freude

Bereits sortiert warten die Kartoffeln im Lager auf dem Hof von Franz Ziegler auf die Weiterverarbeitung, zu Knödelteig zum Beispiel. Bild: Held
Vermischtes
Schwandorf
08.10.2016
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Zufriedene Gesichter bei den Kartoffelbauern nach dem miserablen Jahr 2015: Mit 450 bis 550 Doppelzentner (DZ) pro Hektar liegen die Erträge nach den Worten von Josef Irlbacher, stellvertretender Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, heuer über dem Durchschnitt von 400 bis 450 DZ. "Manche erzielen sogar 650 DZ", sagt Irlbacher auf dem Hof von Nebenerwerbslandwirt Franz Ziegler in Schwandorf-Prissath. Für Ziegler hat "die Bodenstruktur heuer einfach super gepasst". Im Hitzejahr 2015 holten die Landwirte etwa 200 DZ Kartoffeln pro Hektar aus der Erde. Auch an der Größe der Erdäpfel gäbe es in diesem Jahr nichts auszusetzen.

Dabei war auch nicht alles in Butter. Durch den Regen am Anfang des Sommers ging es den zunächst prächtig gediehenen Pflanzen nass rein, will heißen die vernichtende Krautfäule. Das Grün stirbt nicht nur flächendeckend ab, die Krankheit setzt sich auch in den Knollen fort, die dann im Lager faulen. Mehr und früher als üblich musste laut Irlbacher mit Pflanzenschutzmitteln gegengesteuert werden, sonst hätte ein Totalausfall gedroht. Hart getroffen hat es seines Wissen nach die Biolandwirte. Die Kartoffeln seien klein und die Lagerung wegen des Krautfäulebefalls problematisch. "In solchen Jahren haben sie wenig Erfolg."

Qualität leidet


Zur Erntezeit hätte dagegen Regen nicht geschadet. Feuchte Erde schützt die Kartoffeln bei der mechanischen Rodung vor Verletzungen. Bei den hochsommerlichen Temperaturen im September rieselte die Erde weg. "Es war so heiß, dass wir nur von halb 9 bis etwa 11 Uhr und abends wieder geerntet haben. Es schadet der Qualität, wenn die Knollen zu warm aus der Erde und ins Lager kommen", erklärt Ziegler, der auf 1,3 Hektar Kartoffeln anbaut.

Zudem ergänzt Irlbacher waren die Bedingungen auch dem Verlesepersonal nicht zuzumuten. "Es war heiß und die Leute wurden schnell komplett eingestaubt. Manche hätten mit Mundschutz gearbeitet, mit Sonnenbrillen sowieso." Deshalb dauerte heuer die Ernte länger als üblich. Einzelne Betriebe sind noch nicht fertig, doch diese Kartoffeln gehen sofort zur Weiterverarbeitung und sehen gar kein Lager. Die Ernte der Sorte "Gala" liefert Ziegler an Burgis, "Quarta" baut er nur noch für die Familie, Bekannte und Leute aus dem Ort an, denn als Direktvermarkter tritt er nicht auf.

Die Kartoffeläcker werden nach Angaben von Bernhard Meier vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, im Landkreis nicht gravierend aber stetig weniger. 1076 Hektar waren es heuer, 1107 im vergangenen Jahr 1177 2014. Auch die Zahl der Anbaubetriebe sank von 349 im Jahr 2015 auf nunmehr 332.
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