Borkenkäfer auf dem Vormarsch

Ist ein Baum erst einmal befallen, gibt es fast keine Rettung mehr. Bild: Unger
Vermischtes
Schwandorf
05.03.2016
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Deutlich ist an diesen Bäumen der Befall durch Borkenkäfer zu sehen. Durch die Trockenheit im vergangenen Jahr und Sturm "Niklas" vermehrten sich die Käfer rapide. Bild: hfz

Förster Hubert Amode schlägt Alarm: "Es ist Feuer am Dach". In diesem Fall eher Feuer am Wipfel: Im vergangenen Jahr hat sich der Borkenkäfer auch im Landkreis stark vermehrt. Jetzt sind die Waldbesitzer gefragt. Die Zeit drängt.

Zwei Faktoren machten es den kleinen ungebetenen Waldbewohnern im vergangenen Jahr recht einfach, sich auszubreiten: die extreme Trockenheit und die Schäden durch Sturm "Niklas". Dadurch gab es einen hohen Anfall von bruttauglichem Material für Kupferstecher und Buchdrucker in den Fichten. Momentan überwintern die Käfer in der Baumrinde oder der Bodenstreu und sind quasi eine tickende, baumfressende Zeitbombe.

"Der Bestand ist deutlich erhöht", bestätigt auch Förster Hubert Amode vom Revier Pfreimd. Er spricht von einem ganz anderen Käfer-Potenzial als im vergangenen Jahr. Wenn das Jahr witterungsmäßig normal verläuft "ist davon auszugehen, dass wir mit dem Käfer Probleme bekommen", befürchtet der Forstexperte. Deshalb sind jetzt die Waldbesitzer gefragt: Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) appelliert an sie, vom Borkenkäfer befallenes Holz schnellstmöglich aus dem Wald zu entfernen.

Zur Kontrolle verpflichtet


Nach der Bayerischen Landesverordnung zur Bekämpfung der schädlichen Insekten in den Wäldern sind die Waldbesitzer zur Kontrolle ihrer Bestände verpflichtet und müssen außerdem Borkenkäferholz aufarbeiten. Bis Mitte/Ende März will die Behörde im Landkreis Schwandorf den Waldbesitzern noch Zeit einräumen, Kontakt mit dem AELF aufzunehmen und die befallenen Bestände aus dem Wald zu schaffen. Ab April wird sie sich dann schriftlich an die Waldbesitzer wenden und wenn die Käfer-Situation eskalieren sollte auch Ersatzvornahmen - also das Entfernen des Holzes auf Kosten des Besitzers - androhen. "Das versuchen wir natürlich zu vermeiden", beschreibt Amode dieses Vorgehen als ultima Ratio.

Die Waldbesitzer sollten sich auch nicht scheuen, sich an die Behörde zu wenden, wenn sie bei der Beseitigung Hilfe benötigen. "Das Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten bietet Beratung und Unterstützung" verspricht Förster Amode. Wenn es zum Beispiel um Gerätschaften geht, wären Waldbesitzervereinigungen, der Maschinenring oder private Forstunternehmen die richtigen Ansprechpartner. Aktuelle Informationen über den Borkenkäferbefall bietet die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.

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Weitere Informationen:

www.fovgis.bayern.de/borki/
Der Bestand ist deutlich erhöht.Förster Hubert Amode


Buchdrucker und KupferstecherDer Buchdrucker kann bis zu sieben Millimeter groß werden und befällt vornehmlich die unteren Stammteile der Bäume. Anders sein kleiner "Bruder", der Kupferstecher: Er wird lediglich zwischen zwei und vier Millimeter groß und ist hauptsächlich in Kronen von Jungbeständen oder älteren Bäumen zu finden. Wenn es ein Käfer schafft, sich in einem Baum einzunisten und dort zu überleben, schaut es bereits schlecht für den Baum aus. Oftmals kann er den Eindringling mit Harz unschädlich machen. Zum Beispiel bei großer Trockenheit fehlt dem Baum diese Waffe gegen den Käfer aber. Dieser wiederum sendet dann Pheromone - also Botenstoffe - aus, um Artgenossen in der Nähe zu signalisieren, dass der Baum quasi wehrlos ist.
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