Cletus Weilner fasst Ergebnisse seiner 30-jährigen Forschungsarbeit im Seenland in einem Buch ...
Faszinierende Unterwasserlandschaft

Diplom-Ingenieur (FH) Cletus Weilner hat ein beachtenswertes Buch über die Entwicklung der Tagebauseen des Oberpfälzer Seenlandes herausgegeben. Bild: Hirsch
Vermischtes
Schwandorf
10.08.2016
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Die "Regensburger Botanische Gesellschaft von 1790 e.V." unternahm eine Exkursion in das Oberpfälzer Seenland. Das Interesse galt der Entwicklung der untergetauchten Flora in den sieben Tagebauseen. Exkursionsleiter Cletus Weilner (Burglengenfeld) erinnerte an seine ersten Tauchabstiege zu einer Zeit, als bei Rauberweiherhaus noch BBI-Werkhallen standen.

Lediglich im Edelmannsee, der bereits 1964 gefüllt wurde, zeigten sich damals spärliche Vegetationsansätze. Der Füllbeginn der anderen Seen lag zwischen 1979 und 1982. Sie versauerten, weil sich das Schwefel-Eisen-Mineral "Markasit" aus der Braunkohle löste und zersetzte. "Es haben sich inzwischen naturangepasste Organismen entwickelt", erklärte Diplom-Ingenieur (FH) Cletus Weilner den Fachleuten der Botanischen Gesellschaft .

Zögerlicher Beginn


In den ersten Jahren sei der Fortschritt sehr zögerlich gewesen, so Weilner. In jüngerer Zeit verlaufe der Fortschritt wesentlich rascher. Heute finde man großflächige Besiedlungen von Laubmoosen, Rasenbinsen, Torfmoosen und Algen. Inzwischen haben sich auch die Fische an die Bedingungen gewöhnt. Im Edelmannsee schwimmen Rotauge, Rotfeder, Wels, Aal und Schleie, im Steinberger See Hecht und Barsch und im Knappensee Hecht und Schleie. In den übrigen Seen sei der ph-Wert noch zu niedrig. Cletus Weilner kennt die Tagebauseen des Oberpfälzer Seenlandes, wie er selbst sagt, wie seine Westentasche. Unzählige Male ist er in den Gewässern rund um Wackersdorf und Steinberg am See getaucht und hat deren Entwicklung dokumentiert. Seine Bilder, Protokolle und Tabellen fasste der Tauchausbilder der Wasserwacht in einem 272-seitigen Buch "Die Kohle-Tagebauseen des Oberpfälzer Seenlandes" zusammen.

Seit 1986 untersucht


Der Autor ordnet seine Ergebnisse der Geomorphologie, Geologie, Zoologie, Paläontologie und der Botanik zu und kommt zu dem Schluss: "Die Renaturierung ist gut gelungen". Jetzt sollte man der 650 Hektar großen Seenlandschaft, die ihresgleichen suche, weitere Zeit zur Entwicklung geben. Bis auf 40 Meter ist der Forscher hinabgetaucht und hat eindrucksvolle Bilder von der "faszinierenden Unterwasserlandschaft" der insgesamt sieben Seen gemacht. Die wissenschaftliche Bedeutung seiner Studien sieht Cletus Weilner darin, dass er seit 1986 die Wasserqualität untersuche und die Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt in 42 Tabellen aufzeige. Das Buch ist in einer Auflage von 800 Stück erschienen, kostet 45 Euro und ist direkt beim Autor in Burglengenfeld, Im Fuhrtal, (Telefon 09471 /57 61), erhältlich.
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