Dekan Hans Amann spricht über „Tote bestatten“ als Werk der Barmherzigkeit
Frage nach dem ewigen Leben

Pfarrer Hans Amann beklagt einen Verfall der christlichen Bestattungskultur. Sein Vortrag war Teil der Reihe zum Jahr der Barmherzigkeit in der Pfarrei St. Jakob. Bild: Hirsch
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Schwandorf
17.11.2016
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"Der Tod ist der Übergang zum ewigen Leben, und der Sterbende tritt durch das Tor des Todes in das Leben". Pfarrer Hans Amann glaubt an die Wiederauferstehung. Deshalb sind ihm christliche Riten am Übergang vom irdischen zum ewigen Leben auch so wichtig.

"Tote bestatten". Diesem Werk der Barmherzigkeit widmete der Dekan seinen Vortrag am Montag in der gut besetzten Jakobskirche. Er beobachtet einen Verfall der Bestattungskultur und eine wachsende Unfähigkeit der Menschen, mit Trauer und Schmerzen umzugehen. "Die Frage nach dem ewigen Leben bei Gott rückt immer mehr in den Hintergrund", so der Geistliche.

Die letzte Etappe


Hans Amann verweist auf eine Umfrage, wonach nur noch die Hälfte der Christen an die Wiederauferstehung glauben. Deshalb wünscht er sich eine Rückbesinnung auf das christliche Menschenbild und den Glauben an das ewige Leben. Er tritt für religiöse Riten ein, betont die Bedeutung der Sterbesakramente als "Wegzehrung auf der letzten Etappe des irdischen Lebens" und ermuntert die Angehörigen zu einem würdevollen Abschied vom Sterbenden.

Der Tod eines Menschen ist für Pfarrer Amann "keine Privatsache". Bekannte, Freunde und Arbeitskollegen hätten ein Recht darauf, sich vom Verstorbenen in gebührender Form zu verabschieden. Zum Abschied gehöre auch die Teilnahme der Trauernden am Requiem.

Nicht anonym


"Urnenbestattungen stehen dem Glauben an die Auferstehung nicht entgegen", erklärte Hans Amann. Seine Kirche lehne allerdings anonyme Begräbnisse in Trauerwäldern ab, "die nicht die Kriterien eines Friedhofes erfüllen". Der Geistliche hört immer wieder die Bedenken: "Wer soll denn mein Grab einmal pflegen?" Mache da nicht eine Wandnische mehr Sinn? Dieses Argument lässt Pfarrer Hans Amann nicht gelten. Der Dekan meint: "Wir dürfen unseren Angehörigen schon zutrauen, dass sie sich um die Grabpflege kümmern".
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