Diplom-Biologe Dr. Christian Stierstorfer hält Vortrag
„Natur in der Stadt“

Die Zauneidechse braucht sonnige Plätze im Garten. Bild: rid
Vermischtes
Schwandorf
10.03.2016
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Dr. Christian Stierstorfer ist Diplom-Biologe und Mitarbeiter beim Landesbund für Vogelschutz. Er sprach bei der LBV-Kreisgruppe im Gasthaus Holzhaus zum Thema "Natur in der Stadt". "Das Thema hört sich zunächst widersprüchlich an", sagte der Referent. Dabei sei offensichtlich, "dass viele wilde Tiere in der Stadt leben, allein wenn man die Vogelwelt betrachtet." Nicht nur "Allerweltsvögel" wie Amseln oder Hausspatzen seien in Städten allgegenwärtig. Viele Gemeinden seien stolz auf ihren Storchenhorst, sei es auf einem Kamin oder einem Stadtturm. Derzeit kehren die Weißstörche aus ihren Winterquartieren zurück und verkünden mit ihrer Ankunft auch den Städtern das anbrechende Frühjahr. Falken jagen gerne Tauben und finden in der Stadt deshalb einen reich gedeckten Tisch.

Natur in der Stadt umfasst ein breites Spektrum, das Säugetiere (Igel, Marder und Füchse) und Vögel genauso umfasst wie die kleinen Lebensgemeinschaften in Mauerritzen und Pflasterspalten. Gerade an alten Gemäuern leben Spezialisten wie der Mauerrautenfarn oder das Zimbelkraut, die mit den trockenen Bedingungen gut zurechtkommen.

Gärten haben im städtischen Bereich als grüne Oasen eine ganz besondere Bedeutung. Sie sind ein guter Lebensraum für Igel, viele Vogelarten, Wildbienen, Eidechsen und vieles mehr, vorausgesetzt, "der Mensch lässt der Natur eine Chance". In "supersauberen, aufgeräumten Gärten" leben kaum wilde Tiere und Pflanzen, so der Diplom-Biologe. Ein Garten mit der ein oder anderen wilden Ecke könne ein Kleinod für Tiere und Pflanzen sein. Ein Asthaufen und ein paar Quadratmeter "Unkraut" brächten eine ungeahnte Vielfalt hervor, von der zum Beispiel der Igel profitiere. Die nächste Monatsversammlung der LBV-Kreisgruppe findet am 1. April um 20 Uhr im Gasthaus Hauser in Holzhaus statt.
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