Entbindung statt Prozess
Verfahren gegen siebenfache Mutter verschoben

Vermischtes
Schwandorf
12.02.2016
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Vor einigen Wochen hatte man die Frau aus dem Bett holen müssen, als das Landgericht Amberg gegen sie verhandeln wollte. So kam es dann, dass der Prozess wegen Diebstahls erst zweieinhalb Stunden später beginnen konnte. Vor dem Amtsgericht Schwandorf spielte jetzt das Bett erneut eine Rolle. Denn dort lag die 39-Jährige, die gerade erst ihr siebtes Kind geboren hatte, als ein weiterer Prozess stattfinden sollte.

Die 39-Jährige aus dem Landkreis ist eine notorische Straftäterin. Sie hat etliche Vorahndungen und kam deshalb nicht mehr mit dem berühmten blauen Auge davon, als vor Weihnachten die 3. Strafkammer des Landgerichts wegen eines Ladendiebstahls als Berufungsinstanz zu befinden hatte.

Die Kammer ließ sich nicht zur Milde bewegen. Sie verhängte unter Einbeziehung mehrerer Vorstrafen knapp zwei Jahre zum Absitzen gegen die damals sechsfache Mutter. Dagegen hat der Verteidiger unterdessen Revision zum Oberlandesgericht (OLG) eingelegt. Schon damals ließ sich sehen: Die Frau war schwanger. Und gewiss war auch, dass die Akten zu einem erneuten Verfahren bei der Justiz lagen.

Wegen Nötigung hätte die 39-Jährige nun vor dem Schwandorfer Amtsgericht erscheinen sollen. Sie kam nicht. Diesmal aus begreiflichem Grund: Wenige Stunden zuvor hatte sie entbunden. Aufgeschoben ist allerdings nicht aufgehoben. Denn es wird einen neuen Prozesstermin geben. Dabei dürfte sich dann der Richterin Petra Froschauer die Frage stellen: Kann man, falls es zum Schuldspruch kommt, eine Mutter von sieben Kindern einsperren?
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