Er erinnert an den rassistischen Brandanschlag auf das "Habermeier-Haus"
Der Gedenkstein steht

An der Gedenksteinsetzung nahmen gestern am Schlesierplatz Bauhofleiter Hans Graßmann, Stadtbaumeister Roland Stehr, Thomas Hübener, Pressesprecher Lothar Mulzer und Oberbürgermeister Andreas Feller (von links) teil. Bild: Hirsch
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Schwandorf
16.11.2016
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Am 17. Dezember 1988 geriet die Stadt Schwandorf bundesweit in die Schlagzeilen. Beim ersten rassistischen Brandanschlag dieser Art in Deutschland waren vier Menschen ums Leben gekommen. Drei Mitglieder der türkischen Familie Can und der Deutsche Jürgen Hübener.

Seit dieser Zeit gedenkt die Schwandorfer Bevölkerung am Jahrestag der Opfer. Seit 2007 erinnert auch eine Gedenktafel am ehemaligen "Habermeier-Haus" (Ecke Schwaiger-/Postgartenstraße) an Fatma (41 Jahre), Osman (50) und Mehmet Can (12) sowie Jürgen Hübener (47) . Sie kamen in den Flammen um, die der damals 19-jährige Neonazi Josef Saller im Treppenhaus gelegt hatte.

Zum zehnten Jahrestag 1998 gab das "Schwandorfer Bündnis gegen Rechtsextremismus" einen Gedenkstein in Auftrag mit der Aufschrift: "Den Opfern des rassistischen Brandanschlages vom 17. 12. 1988 - Fatma Can - Mehmet Can - Osman Can - Jürgen Hübener". Doch auf einen Standort konnten sich die Beteiligten damals nicht einigen.

Am 21. September 2016 fasste der Stadtrat nun auf Vorschlag des Oberbürgermeisters den einstimmigen Beschluss, den Gedenkstein in einer kleinen öffentlichen Grünanlage am Schlesierplatz aufzustellen. Unmittelbar neben dem abgebrannten und wieder aufgebauten Gebäude. Die Stadt schloss mit Bündnis-Vertreterin Irene Maria Sturm eine Überlassungsvereinbarung in Form einer Schenkung, in der sich die Stadt verpflichtete, im Gegenzug den Gedenkstein aufzustellen und für den laufenden Unterhalt zu sorgen.

Gestern erfolgte die Abnahme, an der neben Oberbürgermeister Andreas Feller, Bauhofleiter Hans Graßmann, Stadtbaumeister Roland Stehr und Pressesprecher Lothar Mulzer auch Thomas Hübener teilnahm. Der Sohn des verstorbenen Jürgen Hübener hatte sich zur Tatzeit nicht im Gebäude aufgehalten.
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