Eva Högl und Marianne Schieder unterwebs
Berlinerin auf Landkreistour

Die Lehrkräfte Werner Nagler und Dr. Patricia Broser, die SPD-Abgeordneten Eva Högl und Marianne Schieder sowie Schulleiter Ralf Bormann (von links) fordern eine Beschleunigung der Asylverfahren. Bild: Hirsch
Vermischtes
Schwandorf
18.06.2016
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Eva Högl gehört seit sieben Jahren dem Bundestag an und gewann zuletzt das Direktmandat des Wahlkreises Berlin-Mitte. Am Donnerstag war die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion im Landkreis Schwandorf zu Gast und folgte damit einer Einladung ihrer Kollegin Marianne Schieder.

Erste Station war das "Gemeinsame Zentrum der deutsch-tschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit" auf dem Schwandorfer Weinberg. An den beiden Standorten Schwandorf und Petrovice sind 100 Mitarbeiter beschäftigt, die für eine 810 Kilometer lange Grenze zuständig sind. "Die bestehenden Räumlichkeiten sind viel zu beengt", erfuhren die SPD-Politiker.

"Mehr Betreuung" gefordert


Die Koordinatoren Josef Eckl (bayerische Polizei) und Pavel Rybar (tschechische Polizei) sowie der Kontingentleiter der Bundespolizei, Markus Leitl, erwarten in den nächsten Monaten grünes Licht für die Sanierung und den Ausbau eines leerstehenden Gebäudes in unmittelbarer Nähe der aktuellen Unterkunft.

Am Beruflichen Schulzentrum Oskar von Miller ging es um die schulische, berufliche und soziale Integration von 130 jugendlichen Flüchtlingen mit 18 verschieden Sprachen. Regionalkoordinator Dr. Patricia Broser, Fachbereichsleiter Werner Nagler und Schulleiter Ralf Bormann wünschen sich für die "oft traumatisierten Jugendlichen mehr psychologische Betreuung". MdB Eva Högl weiß, warum das nicht geschieht: "Die Unionspolitiker in der Bundesregierung wollen die Angebote möglichst niederschwellig halten, um nicht den Eindruck zu erwecken, die Flüchtlinge würden gegenüber den Einheimischen bevorzugt."

Dr. Patricia Broser trifft auf junge Leute, "die wie gelähmt sind, weil sie zwei Jahre auf ihre Anhörung und dann nochmals Monate auf eine Entscheidung warten müssen". Politiker und Lehrkräfte sind sich einig: "Das muss schneller gehen". Eva Högl kündigte Verbesserungen im neuen Integrationsgesetz an, das Jugendlichen während der Ausbildung den Aufenthalt garantiere. Und auch noch danach, wenn ein Arbeitsverhältnis vorliegt.

Dass "30 bis 40 Prozent" der jugendlichen Flüchtlinge in einen Ausbildungsplatz vermittelt werden können, stimmt Oberstudiendirektor Ralf Bormann zuversichtlich. Er weiß aber auch: "Die jungen Leute müssen auch während der Lehre sprachlich, sozial und interkulturell betreut und gefördert werden". Er fordert auch einen modernen Islam-Unterricht zur "Bekehrung der radikalen Moslems".

"Integration gestalten"


Am Abend stellte sich Eva Högl in der Stadthalle Burglengenfeld einer öffentlichen Diskussion zum Thema "Humane Flüchtlingspolitik heißt: Integration gestalten". Integrationspolitik sei eine gesamtstaatliche Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen, so die SPD-Politikerin. Deshalb hätten sich die Koalitionsfraktionen darauf verständigt, die gesetzliche Grundlage für den Aufbau einer nachhaltigen Integrations-Infrastruktur zu schaffen. Für Eva Högl geht es um Sprachförderung, Bildung und gute Arbeit.

Die Unionspolitiker in der Bundesregierung wollen die Angebote möglichst niederschwellig halten, um nicht den Eindruck zu erwecken, die Flüchtlinge würden gegenüber den Einheimischen bevorzugt.Bundestagsabgeordnete Eva Högl
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