Feuerwehr auf Trab gehalten

Vermischtes
Schwandorf
04.04.2016
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Die seltsamen Späße der beiden jungen Männer sorgten für zahlreiche Feuerwehreinsätze. Sie zündeten transportable Dixie-Klos auf Baustellen an, setzten Müllcontainer in Brand. Bei einem Prozess verdeutlicht sich nun: Aus purer Langweile heraus wurden 32 Straftaten verübt.

Amberg/Schwandorf. Es gibt vier Angeklagte im Alter zwischen 19 und 23 Jahren bei dieser Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht in Amberg. Zwei stehen als Haupttäter in den Aktenordnern von Staatsanwalt Tobias Kinzler, die anderen beiden gelten als Mitläufer. Einer von ihnen konnte bereits am ersten Prozesstag gehen. Weil er lediglich an einer der nahezu drei Dutzend Straftaten beteiligt war und das sofort zugab, wurde das Verfahren gegen ihn eingestellt. Dafür muss der junge Mann 50 gemeinnützige Arbeitsstunden ableisten.

Die Beschuldigten wohnen im Kreis Schwandorf. Zwar relativ weit entfernt voneinander, doch offenbar gute Kumpels. Zwei von ihnen fassten im August 2014 den Entschluss, vornehmlich mit dem Feuerzeug auf Zerstörungstour zu gehen. Was passierte, war wie ein Marschbefehl für zahlreiche Feuerwehren im Raum Schwandorf und Amberg-Sulzbach.

Ein bevorzugtes Objekt der beiden 21 und 19 Jahre alten Haupttäter waren sogenannte Dixie-Klos auf Baustellen. In Schwarzenfeld und bei Pittersberg wurden solche mobilen Abortanlagen auf Baustellen in Brand gesetzt, auch nach Nabburg, Pfreimd und Wackersdorf kamen die Täter. Das ging weit über ein Jahr lang so. Außerdem loderten Container und Abfalleimer. Zum Beispiel in Nittenau, Nabburg und Schwarzenfeld. Es gab noch andere völlig sinnlose Übergriffe. Der merkwürdigste: Aus einem Schwarzenfelder Kindergarten wurde ein sogenanntes Bobbycar geklaut. Meist entstand bei den Brandlegungen ein Schaden von unter 1000 Euro. Heftig aber wurde es im Juni 2014, als die beiden Hauptbeschuldigten in Schwarzenfeld einen Müllcontainer anzündeten. Die Flammen griffen auf ein angrenzendes Garagengebäude über und richteten über 12 000 Euro Schaden an.

Rechtsgespräch mit Erfolg


Unter dem Strich steht nun eine Summe, die sich bei rund 30 000 Euro einpendelt. Lange Zeit suchte die Polizei vergebens nach den Tätern. Sie hatten auch Baucontainer aufgebrochen und Fahrräder geklaut. Bei einem dieser Raddiebstähle ging die Serie zu Ende. Sie wurden auf frischer Tat ertappt und kamen in U-Haft. Anschließend blieben die Männer einige Zeit hinter Gittern.

Über eine Stunde lang führten die Verteidiger Peter Grau, Jürgen Mühl und Staatsanwalt Kinzler ein sogenanntes Rechtsgespräch mit den Richtern. Dann sicherte der Gerichtsvorsitzende Peter Jung den beiden Haupttätern Freiheitsstrafen von nicht über zwei Jahren zu und signalisierte eine Aussetzung zur Bewährung. "Sie müssen allerdings ein Geständnis ablegen", verlangte Jung. Das taten die Beschuldigten. Mit den Geständnissen war das zunächst auf fünf Tage angesetzte Verfahren abgekürzt. Dennoch mussten zumindest zwei von vielen geladenen Zeugen gehört werden. Der dritte noch mit auf der Anklagebank sitzende 23-Jährige soll mit dabei gewesen sein, als auf einer Baustelle Geräte abhanden kamen. In seiner Vernehmung bestritt er das. Der Prozess geht weiter.
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