Feuerwehr funkt digital

Heute beginnt funktechnisch ein neues Zeitalter. Die Feuerwehr funkt nur noch digital. Bild: slh
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Schwandorf
04.04.2016
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Ab heute um 9 Uhr wird bei den Feuerwehren im Landkreis Schwandorf der Digitalfunk eingesetzt. Er löst damit den Analogfunk ab. Die Umstellung bedeutete eine enorme logistische Herausforderung.

Anfang 2013 begannen in der Oberpfalz die Planungen und Vorbereitungen für die Einführung des Digitalfunks. Die neue Technik wurde von allen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) mit Spannung erwartet, da der in die Jahre gekommene Analogfunk den Ansprüchen einer modernen Einsatzabwicklung nicht mehr gewachsen war. Im Bereich der Integrierten Leitstelle Amberg (ILS), bestehend aus den Landkreisen Schwandorf, Amberg Sulzbach und der Stadt Amberg, wurde eine Projektgruppe gegründet, die alle Planungen abwickeln musste.

Parallel zur Arbeit der Hilfsorganisationen und Kreisverwaltungsbehörden wurde durch den Bund und das Land Bayern ein Funknetz installiert. Im November 2013 wurde eine Ausschreibungsgemeinschaft zur Beschaffung der digitalen Funkgeräte gegründet. Federführend war hier der Landkreis Schwandorf für die europaweite Ausschreibung verantwortlich. Am 11. Juli 2014 konnte im Landratsamt der Rahmenvertrag zur Beschaffung der Funkgeräte unterzeichnet werden.

Für den Landkreis Schwandorf wurden seitdem durch die Gemeinden für Feuerwehr und Katastrophenschutz etwa 1300 Funkgeräte besorgt. Um die Kosten bei der Erstbeschaffung für die Kommunen zu minimieren, gab es vom Land Bayern Zuschüsse zum Kauf der neuen Technik.

5000 Personen zu schulen


Die Koordination und Abwicklung der Geräteverwaltung liegt bei den beteiligten Landratsämtern und der ILS Amberg. Hier wurden Taktisch Technische Betriebsstellen (TTB) geschaffen, die als zentraler Ansprechpartner für Gemeinden und Feuerwehren dienen. Neben der Beschaffung von Funkgeräten und dem Einbau in Fahrzeuge und Feuerwehrgerätehäuser mussten rund 5000 ehrenamtliche Helfer auf die neue Technik geschult werden. Diese Schulungen liefen für besondere Führungskräfte in den staatlichen Feuerwehrschulungen. Der Großteil der Helfer bekam das Wissen durch ehrenamtliche Multiplikatoren in Standortschulungen vermittelt - ein enormer logistischer Aufwand, der nur durch die vielen Freiwilligenstunden zu bewältigen war.

Nach drei Jahren Beschaffung, Aufbau und Schulung wurde im Januar 2016 der analoge Einsatzstellenfunk 2m durch den Digitalfunk ersetzt. Im zweiten Schritt wird nun am heutigen Montag auch der Fahrzeugfunk (4m) und damit die Kommunikation mit der ILS umgestellt. Damit wird für einen abhörsicheren und störungsfreien Funkbetrieb innerhalb der Feuerwehren und weiterer Hilfs- und Rettungsorganisationen gesorgt.

Reibungsloser Ablauf


Nur durch die gute Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Schwandorf und den Gemeinden mit ihren 160 Feuerwehren konnte ein Projekt dieser Größenordnung gestemmt werden. Der Wechsel zur digitalen Funktechnik ist ein großer Schritt für eine verbesserte Sicherheit der Bevölkerung und der Einsatzkräfte bei ihrem schwierigen Dienst am Nächsten. Kreisbrandrat Robert Heinfling dankte in diesem Zusammenhang allen Beteiligten Stellen für die reibungslose Organisation sowie dem Landratsamt Schwandorf für die vorbildhafte Ausarbeitungen und Kooperationen mit den beteiligten Gemeinden. Heinfling bezeichnete die Einführung als Schritt in die Zukunft.

Feuerwehr-Pressesprecher Hans-Jürgen Schlosser und Stefan Jahreiß vom Landratsamt betonten die Vorteile wie Abhörsicherheit oder klare Verständigung auf. Allen Beteiligten sei aber auch klar, dass gerade in der Anfangsphase dem einen oder anderen die Umstellung schwer fallen wird. (Hintergrund)
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