Flüchtlingszahlen im Landkreis steigen weiter

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Schwandorf
07.01.2016
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Der Flüchtlingsandrang war im vergangenen Jahr eine immense Aufgabe für den Landkreis. Die Zahlen der Asylbewerber haben sich innerhalb eines Jahres rund verdreifacht. Landratsamts-Pressesprecher Hans Prechtl sprach mit dem NT über diese Herausforderung.

Prechtl erklärte in einem Gespräch mit dem Neuen Tag: "Wenn man mich vor einem Jahr gefragt hätte, was die große gesellschaftliche Aufgabe ist, hätte ich die Umsetzung der Energiewende gesagt." Dass so viele Menschen in Deutschland Zuflucht suchten, habe keiner voraussehen können. "Ich bin überzeugt, dass niemand auf der politischen Ebene gewusst hat, dass die Zahlen (der Asylbewerber; Anm. d. Red.) so steigen", bekräftigte der Pressesprecher.

Neue Notunterkunft


Eine Prognose für das neue Jahr ist schwer. "Wir als Landkreis wissen auch nicht, wie es weitergeht." Deshalb wolle man gerüstet sein. Dazu zählt vor allem ausreichend Platz für die Hilfesuchenden. "Immer wenn geeigneter Wohnraum angeboten wurde, haben wir ihn auch angemietet", verriet Prechtl. Der Landkreis hat aktuell noch freie Wohnungen, will aber noch weitere anmieten. Der Pressesprecher spricht von einer "vorausschauenden Handlungsweise".

Der Flüchtlingsandrang sorgt aber nicht nur bei der dezentralen Unterbringung für Handlungsbedarf. Seit dem Sommer stellt der Landkreis Notfall-Unterkünfte. Ende Juli sei die Sommerferien über die Sporthalle des Gymnasiums in Burglengenfeld genutzt worden. Die Verantwortlichen wollten aber den Schul- und Breitensport nicht beschränken. "Wir haben das Versprechen umsetzen können", sagt Prechtl. Denn ab Anfang September diente eine leerstehende Fabrikhalle in Wackersdorf als Unterkunft - für knapp ein Vierteljahr. Dass der Landkreis den Bau für ein Jahr gemietet hat, stieß laut Prechtl bei einigen auf Unverständnis. Er argumentiert aber, dass es zum einen schwierig sei, ein solches Gebäude für drei Monate zu mieten, und wiederholte, dass man gerüstet sein will.

Eine Halle von MeillerGHP in Schwandorf dient seit Mitte Dezember als Außenstelle für die Erstaufnahmeeinrichtung Regensburg. Sie bietet Platz für bis zu 370 Menschen, bei Engpässen sogar für noch mehr. Von Wackersdorf sind 14 Flüchtlinge in die ehemalige Triumph-Halle umgezogen. Relativ wenig. Precht begründet das mit der hohen Fluktuation. Durchschnittlich verbringe ein Hilfesuchender sechs Wochen in einer Erstaufnahme-Einrichtung. Mittlerweile seien aber schon wieder zahlreiche Flüchtlinge angekommen, die Situation ändere sich täglich. Prechtl schätzt die Zahl der Asylbewerber auf aktuell rund 1600.

Offen und hilfsbereit


Alles in allem zieht Prechtl ein positives Fazit: "Der Landkreis hat seine Hausaufgaben erledigt - und das bestens." Auch die Offenheit und Hilfsbereitschaft der Menschen lobt er ausdrücklich. Einrichtungen wie das THW, die Feuerwehren oder Johanniter hätten Hervorragendes geleistet, den Ehrenamtlichen sei vieles abverlangt worden: "Viele haben mehr getan, als es ihre Pflicht war."

KostenLaut Landkreis-Pressesprecher Hans Prechtl übernimmt der Freistaat den Großteil der Kosten für die Asylbewerber wie etwa Catering, Security oder Mietkosten. Der Landkreis muss allerdings die Personalkosten selbst stemmen und habe im vergangenen Jahr vier bis fünf Arbeitskräfte eingestellt. (doz)
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