Freibäder, Eisdielen und Biergärten
Weiter warten auf warmes Wetter

Bademeister (fast) allein zu Haus': Nur wenige Schwimmer ziehen bei den derzeit herrschenden kühlen Temperaturen und nahezu täglichen Regenschauern im Becken des Freibades in Perschen ihre Bahnen - zum Bedauern von Bademeister Hubert Horn. Bild: Tietz
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Schwandorf
17.06.2016
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Fast leere Freibäder, schwach besuchte Biergärten, Regen, und graue Wetter-Tristesse: Selten war Rudi Carrells Frage so berechtigt: "Wann wird's mal wieder richtig Sommer?" Ein Bademeister findet trotz der Wolken-Misere tröstliche Worte.

Schwandorf/Nabburg. Es ist nicht nur ein subjektiver Eindruck: Der Sommer hätte durchaus noch Potenzial nach oben. Untermauert wird das zum Beispiel mit den Besucherzahlen in den Freibädern. Wie den Aufzeichnungen des Bades in Perschen zu entnehmen ist, war der Sommer im vergangenen Jahr zumindest im Mai und Juni ebenfalls kein Ruhmesblatt. Dennoch tummelten sich im gleichen Zeitraum bereits 10 000 Besucher mehr in den Becken als heuer. Insgesamt 17 000 Badegäste passierten bis zum gestrigen Tag die Drehkreuze zum Freibad.

Hätte es den einen schönen Tag am 22. Mai nicht gegeben, die Zahlen wären noch viel ernüchternder: Am letzten Tag der Pfingstferien suchten 1800 Wasserratten nach Abkühlung. "Ein ziemlich schlechtes Jahr", kommentiert auch Bademeister Hubert Horn diese Zahlen. Entmutigen lassen wird er sich dennoch nicht: Die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt - und außerdem weiß der Bademeister: "Irgendwann wird es immer schön".

Weniger Bad-Besucher


Der Schwandorfer Bad-Leiter Rüdiger Frey wartet mit ähnlich ernüchternden Zahlen auf: 11 123 Badegäste besuchten das Erlebnisbad bis dato im Juni. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag die Juni-Zahl bei über 45 000. Der Mai verlief hingegen in der Großen Kreisstadt besser als im Vorjahr. Heuer zählte das Bad 25 586 Gäste, in 2015 lediglich 14 489. "Die erste Woche hat mich rausgerissen", sagt Frey angesichts dieser Zahlen. Das Schwandorfer Bad öffnete heuer bereits am 5. Mai seine Pforten in einer Phase mit relativ schönem Wetter. Andere Bäder in der Region sperrten erst Tage später auf - bei dann schon wieder kühlen Bedingungen.

Bei der Eisdiele von Mauro de Pellegrin in Schwandorf haben die Wetterkapriolen auch einen sportlichen Aspekt: "Wir trainieren wie die Formel-1-Mechaniker. Bei uns heißt es 'Kissen rein, Kissen raus'". Er gibt die Hoffnung nicht auf, dass der Sommer doch noch kommt und dann - quasi als Entschädigung - "bis Allerheiligen bleibt". Generell wirkt sich das schlechte Wetter schon auf den Eis-Hunger der Menschen aus. Angesichts der Unwetter-Katastrophen der vergangenen Wochen ist das für ihn aber ein vergleichsweise kleines Problem: "Bei uns ist es nicht so schlimm wie andernorts".

Wenig los im Biergarten


"Das ist die Natur, das kann man nicht ändern", sieht auch der Nabburger Gastwirt Jörg Podlesny die Situation ganz nüchtern. Zwar habe der "Sterngarten" schon einige Tage geöffnet gehabt, aber meistens sei es abends dann zu frisch für den Biergarten gewesen, so dass die Besucher nicht lange sitzen geblieben sind. "Bis jetzt ist der Sommer nicht der Bringer", hofft der Gastwirt auf baldige Wetterbesserung.

Wir trainieren wie die Formel-1-Mechaniker. Bei uns heißt es ,Kissen rein, Kissen raus'.Eisdielen-Chef Mauro de Pellegrin

Normale Temperatur, mehr Regen


"Temperaturtechnisch ist alles im normalen Rahmen", beschreibt NT-Wetterexperte Andi Neumaier den Sommer. Er liege ziemlich genau im Bereich des langjährigen Mittels. Bis dato gab elf "warme Tage" mit Temperaturen über 25 Grad Celsius. Über den gesamten Sommer hinweg sind es normalerweise 40. Einmal kletterte die Quecksilbersäule in Schwandorf über 30 Grad Celsius. Allerdings hätten die Temperaturen oft nur knapp über der 25-Grad-Marke gelegen. Während der Sommer von den Temperaturen her auf Kurs ist, sieht es beim Niederschlag ganz anders aus - zumindest in Teilen des Landkreises. Während Schwandorf und Burglengenfeld mit 40 Litern pro Quadratmeter zur Monatsmitte ziemlich genau die Hälfte des Monats-Solls erreicht haben, ist im Bereich Hohentreswitz oder Oberviechtach mit 140 Litern fast das Doppelte der normalen Menge gefallen. Der Ausblick des Wetterexperten: Nach der derzeit herrschenden Schafskälte wäre es durchaus möglich, dass es zum Juli hin trockene und schöne Tage gibt.
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