Geldstrafe und Führerscheinentzug als Folgen
Amokfahrt am Erdbeerfeld

Vermischtes
Schwandorf
10.05.2016
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Schwandorf/Fensterbach. Der Mann kam mit dem Schrecken davon. "Es hätte auch weitaus schlimmer ausgehen können", befand jetzt ein Schwandorfer Richter in der Gesamtschau eines spektakulären Geschehens, das sich letztes Jahr bei Wolfring (Gemeinde Fensterbach) ereignet hatte.

Der Vorfall hatte für intensive Ermittlungen der Polizei und für Schlagzeilen gesorgt. An einem Samstagmorgen im Juni 2015 sah der Besitzer einer Erdbeerplantage wenige hundert Meter südlich von Wolfring (Gemeinde Fensterbach) einen Mann, der aus seinem Auto ausgestiegen war. Ungewöhnlich um 6.30 Uhr morgens, lange vor der Öffnung des Beerenfeldes und vor allem dessen Kasse.

Der 57-jährige Plantageneigentümer wunderte sich und wollte den Dingen auf den Grund gehen. Zu diesem Zeitpunkt hielt der Wagen des bis dahin anonymen Mannes unweit der Erdbeerkulturen. Was dann geschah, war heftig: Der 57-Jährige hegte den Verdacht auf Diebstahl, sprach durch die geöffnete Fahrertür den hinter seinem Lenkrad sitzenden Mann an und wurde von einer Sekunde auf die andere in eine gefährliche Lage gebracht.

Plötzlich startete der Fahrer seinen Pkw und gab Gas. Die Tür blieb offen, der Eigentümer des Beerenfeldes rannte zunächst einige Meter weit mit, dann klammerte er sich zwischen Türschwelle und Autodach fest. Der Autofahrer beschleunigte, wollte durch kurviges Lenken den Mann abschütteln. Doch das gelang ihm nicht. Nach 240 Metern geriet der Wagen samt angekuppeltem Hänger in einen Graben. Damit war das heftige Intermezzo beendet. Der Plantagenbesitzer überstand es unbeschadet.

Vor dem zur Aburteilung zuständigen Schwandorfer Amtsgericht ließ sich nun nicht genau ermitteln, warum der 66-jährige und im Kreis Schwandorf wohnende Fahrer die Wahnsinnsfahrt startete. Erdbeeren, so stand schließlich fest, hatte er weder gepflückt noch entwendet. "Aber es war ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und es war auch versuchte gefährliche Körperverletzung", befand Amtsgerichtsdirektor Ewald Ebensperger in seiner Urteilsbegründung. Der bis dahin nie mit dem Gesetz in Konflikt gekommene Mann bekam 4240 Euro Geldstrafe (80 Tagessätze) und muss seinen Führerschein für drei Monate abgeben.
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