Gericht kann auch im zweiten Anlauf keine Klärung herbeiführen - Zeugen kommen nicht - Jetzt ...
Nach Gewaltattacken bleibt die Frage: Wer war es?

Vermischtes
Schwandorf
25.05.2016
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Sie sind noch immer fröhlich und sagen, dass sie es nicht waren. Zwei Männer sitzen auf der Anklagebank und werden massiver gewalttätiger Übergriffe in Schwandorf beschuldigt. Das weisen die Arbeiter von sich und beteuern, sie hätten nichts getan. Der Prozess hatte im Februar die Amtsrichterin Petra Froschauer schon einmal beschäftigt. Doch sie kam nicht weiter, da drei aus Polen stammende Zeugen fehlten. Sie erschienen auch diesmal zur Neuauflage des Verfahrens nicht. Jetzt allerdings griff die Richterin durch. Sie erließ erneut Säumigkeitsbußgelder in Höhe von 300 Euro und ordnete zum nächsten Verhandlungstermin im Juni die polizeiliche Vorführung an. Zwei der Polen wohnen offenbar noch in Schwandorf, der dritte soll in seine Heimat zurückgekehrt sein. Er gilt als Hauptgeschädigter.

An einem Sonntagmorgen im September 2014 war die Polizei zu einer Auseinandersetzung auf den Schwandorfer Marktplatz gerufen worden. Sie schickte drei Streifenwagenbesatzungen. Die Beamten trafen auf eine größere Menschenansammlung, sie hatten zunächst Mühe, die Lage zu beruhigen. Dann ergab sich: Arbeiter, die aus einem Lokal kamen, waren kurz nach 6 Uhr morgens untereinander in Streit geraten. Ein damals 36-Jähriger war, wie sich ergab, von zumindest einem der auf der Anklagebank sitzenden Männer, 25 und 26 Jahre alt, nach seinen Angaben bewusstlos geschlagen worden. Der Beschuldigte bestreitet das vehement, vom Opfer wurde er in der Neuauflage des Prozesses identifiziert.

Was folgte, war heftig. Um 6.38 Uhr, als die Polizei noch am Marktplatz stand, gab es 200 Meter weit davon entfernt auf dem Wendelinplatz eine massive Gewaltattacke. Dabei wurde ein weiterer Mann von hinten angegriffen, zu Boden geworfen und so brutal mit Füßen getreten, dass ihm ein Sprunggelenk mehrfach brach. Außerdem bekam sein Begleiter Hiebe auf den Rücken. Die Täter flüchteten.

Nur wenige Minuten später begann die Polizei mit einer Fahndung. Sie traf einen der jetzt Beschuldigten unter der Adenauerbrücke an und nahm ihn fest. "Ich habe damit nichts zu tun", behauptete er und ließ wissen, er sei zusammen mit dem jetzt neben ihm auf der Anklagebank sitzenden Kollegen und seiner Verlobten heim ins Lindenviertel gegangen. Auf dem Weg dorthin habe man sich von dem Freund getrennt.

Schlugen sie zu, wurde getreten? Die Antwort: "Weder auf dem Marktplatz noch auf dem Wendelinplatz." Unterdessen sind sechs damals eingesetzte Polizisten vernommen worden. Die unmittelbaren Tatzeugen machen Gedächtnislücken geltend. Drei erschienen gar nicht. Jetzt werden sie per richterlichem Beschluss vorgeführt. Interessant ist: Bei einem der mutmaßlichen Täter sahen Uniformierte eine Jacke, die später am Wendelinplatz lag. Der Mann behauptet, sie gehöre ihm nicht. Das habe sich bereits bei einer "Anprobe" am Wendelinplatz ergeben. "Das hat nie stattgefunden", hielten ihm jedoch Polizeibeamte entgegen.
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