Gesellenbriefe für Zimmerer
Anpassungsfähiges Handwerk

31 junge Männer erhielten in Wolfringmühle ihre Gesellenbriefe als Zimmerer. Bild: Pfeilschifter
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Schwandorf
06.08.2016
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31 Zimmermänner dürfen sich über ihren Gesellenbrief freuen. 17 von ihnen glänzten auch durch schulische Leistungen und haben den Mittleren Bildungsabschluss geschafft. 15 mit einer eins vor dem Komma.

Schwandorf/Fensterbach. Johann Fischer, Obermeister der Zimmerer-Innung Schwandorf, die die Abschlussfeier im Gasthof Wolfringmühle ausrichtete, gratulierte zur bestandenen Gesellenprüfung. Er betonte, diese sei nicht leicht gewesen. "Der Zimmerer ist der führende Fachmann für einen großen Bereich des Bauens", sagte er mit Blick auf Holzhausbau, Innenausbau, Erstellen des Dachstuhls mit der Eindeckung, Ingenieurholzbau und dem zukunftsträchtigen Markt der energetischen Sanierung von Gebäuden.

Dem Zimmererhandwerk sei es immer gelungen, sich den wechselnden Anforderungen durch neue Technologien und Bauweisen anzupassen und sich diese zunutze zu machen. "Unserem Handwerk, aber auch allen anderen Handwerkern gehört die Zukunft", zeigte sich Fischer überzeugt und bedauerte, dass immer wieder die Qualität der Bildung auf akademische Abschlüsse reduziert werde. Dies sei, so der Redner, eine falsche Entwicklung. Es würden Akademiker gebraucht, aber es sei noch kein Haus, keine Kirche und auch keine Fabrik ohne Handwerker entstanden. Er forderte die Politik auf, ihre Wahrnehmung nicht nur auf Akademiker zu fokussieren, sondern auch die breite Mittelschicht aus gelernten Handwerkern, die eine solide Basis für die Wirtschaft bilden, zu würdigen. "Ihr seid unsere Zukunft", rief er den neuen Zimmerergesellen zu und appellierte an sie, dass sie diese selbst gestalten und dafür auch etwas tun müssen. Der Fensterbacher Bürgermeister Christian Ziegler meinte, dass die Arbeit der Zimmerer auch Kunst sei.

Der stellvertretende Landrat Arnold Kimmerl brach ebenfalls eine Lanze für das Zimmererhandwerk und verwies auf die Durchlässigkeit des bayerischen Bildungssystems. Kreishandwerksmeister Christian Glaab sprach den Stolz der Zimmerer an, den sie mit dem Tragen ihrer "Kluft" zeigten.

Voll des Lobes war den Außenstellenleiter der Berufsschule Furth im Wald, Studiendirektor Johann Altmann. Er verglich das Leben mit der Olympiade. Mit dem Gesellenbrief sei eine Qualifikation geschafft. Er würdigte die Leistungen seiner ehemaligen Schüler, von denen 17 den mittleren Bildungsabschluss erreichten und 15 mit einer Eins vor dem Komma. Gemeinsam überreichten die Ehrengäste die Gesellenbriefe.

Die neuen GesellenPrüfungsbeste: Daniel Schuster, Loitzendorf (Ausbildungsbetrieb: Zimmerei Pfliegl, Rattenberg); Gabriel Lang, Gleißenberg (Holzbau Penzkofer, Eschlkam). Prüflinge Bereich Schwandorf: Sebastian Dobler (Johann Baptist Fischer, Schmidmühlen); Florian Eixenberger (Holzbauer Hasl, Inhaber Michael Ernst, Bodenwöhr); Felix Harjung (Johann Baptist Fischer, Schmidmühlen); Max Pretzl (Zweck Holzbau, Schwandorf); Manuel Sturm (Zweck Holzbau, Schwandorf).
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