Gleichstromtrasse „Süd-Ost-Link“
Kabel entlang der Autobahn?

Kommunalpolitiker und Interessenvertreter aus der Region nutzten die Gelegenheit, sich im Hotel "Ziegelhütte" in Schwandorf über die Planungen für den "Süd-Ost-Link" informieren zu lassen.
Vermischtes
Schwandorf
13.10.2016
188
0
 
Auf Einladung von CSU-Bundestagsabgeordnetem Karl Holmeier (am Pult) und seinen Parlamentskollegen Barbara Lanzinger und Alois Karl (von links) stellte sich der Vizepräsidenten der Bundesnetzagentur, Peter Franke (Zweiter von rechts), dem Gespräch. Das Thema war die geplante Gleichstromtrasse "Süd-Ost-Link". Bilder: Götz (2)

"Die sollen sich mal hinten anstellen!" Landrat Thomas Ebeling fand klare Worte, als es um die neue Gleichstromtrasse "Süd-Ost-Link" durch den Landkreis Schwandorf, um elegante Lösungen der Kabelverlegung und um Schwierigkeiten ging.

Ort der Diskussion war die Gaststätte "Ziegelhütte", wohin die drei CSU-Bundestagsabgeordneten der Mittleren Oberpfalz - Karl Holmeier (Cham/Schwandorf), Barbara Lanzinger (Amberg) und Alois Karl (Neumarkt) - eingeladen hatten. Als Gesprächspartner stand mit dem Vizepräsidenten der Bundesnetzagentur, Peter Franke, ein hoher Repräsentant der fachlich zuständigen Genehmigungsbehörde zur Verfügung. Gekommen waren Kommunalpolitiker und Interessenvertreter überwiegend aus dem konservativem Spektrum, wenn sich auch beispielsweise mit Harald Bemmerl ein SPD-Bürgermeister (Steinberg) in der Runde befand.

"Wie ein ICE"


Worum ging es? Es soll eine neue Stromtrasse durch die Region gelegt werden. Sie heißt "Süd-Ost-Link" (Gleichstrom) und darf nicht mit dem seit längerem diskutierten "Ostbayern-Ring" (Wechselstrom) verwechselt werden. Der "Süd-Ost-Link" ist eine geplante Gleichstromverbindung zwischen Sachsen-Anhalt und Bayern. Sie wird Wolmirstedt bei Magdeburg mit dem Kraftwerksstandort Isar bei Landshut verbinden. Den südlichen, bayerischen Teil davon verantwortet Übertragungsnetzbetreiber Tennet.

Barbara Lanzinger veranschaulichte den "Süd-Ost-Link" so: "Das ist wie ein ICE, der von Nord nach Süd durchfährt, ohne zu halten." Die "Schienen" sind dicke Kabel, die ein Paar Meter tief in die Erde gelegt werden, möglichst in gerader Linie. Mit der Erdverkabelung, so denken die Verantwortlichen, werde das Thema Stromtrasse bereits weitgehend entschärft.

Derzeit erhebt vor allem der Bauernverband Widerspruch. Dort ist man der Meinung, die BBV-Präsident Franz Kustner und der Schwandorfer BBV-Geschäftsführer Josef Wittmann bei der Zusammenkunft artikulierten, dass die Vergütung für Landwirte anders geregelt werden sollte. Statt einer einmaligen sollte es wiederkehrende Zahlungen geben, wünschen sie sich. Eine Art Strom-Maut also. Ob sich das aber politisch und ökonomisch durchsetzen lässt, sei fraglich, meinte Peter Franke in seiner Antwort.

Wo soll nun die Stromtrasse laufen, wo werden die Gräben für die Kabel ausgehoben? Netzbetreiber Tennet, der in den nächsten Tagen Infoveranstaltungen für die Öffentlichkeit anbietet - so etwa am 19. Oktober in Wernberg-Köblitz und am 21. Oktober in Schwandorf - hat noch keine genauen Vorstellungen. "Es geht noch um einen Korridor von einem Kilometer Breite, der ziemlich mäandert", hieß es. Genauere Planungen würden erst nach dem Gespräch mit der Öffentlichkeit und den Fachbehörden erfolgen.

"Berechtigte Interessen"


So eine Fachbehörde ist die Autobahndirektion, die möglicherweise Bedenken haben könnte, wenn man die Kabel entlang der A 93 verlegt - obwohl das eine Lösung ist, die den meisten auf Anhieb sympathisch war. "Die Straßenbauverwaltung soll sich hinten anstellen, hinter unseren berechtigten Interessen", warnte Landrat Ebeling vorsorglich.

Irgendwann ging es dann auch noch um den "Ostbayern-Ring". Der provoziert mit seinen riesigen Strommasten mehr Widerspruch, gerade in Schwandorf. Dessen Wechselstrom-Kabel kann man aus technischen Gründen nicht unter die Erde legen. "Aber man könnte ihn doch hier in Gleichstrom umwandeln und ein paar Kilometer unterirdisch führen, das würde viele Probleme lösen," urteilte Ebeling. Eine Idee, die vielen Anwesenden unmittelbar einleuchtete, nur nicht dem Vizepräsidenten der Bundesnetzagentur.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.