Heute zahlreiche Betriebe angesiedelt
Geschichtsträchtige Mühle

So sah die Mühle in früheren Zeiten aus.
Vermischtes
Schwandorf
14.09.2016
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Die Mühle in Stegen bei Klardorf kann auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Bilder: kga (2)

Die Mühle in Stegen bei Klardorf liegt in malerisch-romantischer Umgebung. Ein inspirierender Ort mit kulturgeschichtlicher Vergangenheit. Heute haben sich dort zahlreiche Betriebe angesiedelt und füllen das Gut in den Stegen wieder mit Leben.

Anlass genug, um einen Blick zurück in die Geschichte von Stegen zu werfen und einige Eckpunkte festzuhalten. Laut heimatlichen Forschungen wird dieses Gebiet auf einen slawischen Ursprung gedeutet. Die Slawen kamen etwa im neunten Jahrhundert in die Umgebung des Klardorfer Naabgebietes. In alten Urkunden finden sich manche Angaben über die große Mühle an der Naab. Rudolf von Osterhofen schenkte im Jahr 1150 dem Kloster Prüfening ein Gut in den Stegen. 1414 übergaben Dietrich und Konrad, des Perlheinzlins Söhne von der Neumühle, "den Acker neben der Hühnerwies und auf dem Stromm stossend dem Gotteshaus und Heilligen zu Wiffelsdorf".

Viele Besitzer-Wechsel


Der Besitzer wechselte in den kommenden Jahrhunderten mehrmals. Der Müller von Stegen gab 1959 für großen und kleinen Zehent nach Wiffelsdorf "2 Taler, 10 Pfennig". Wenn das Anwesen früher Neumühle und später Mühl am Pühl genannt wurde, so ist es doch unzweifelhaft Stegen, weil es 1559 ausdrücklich so genannt wird. An anderer Stelle wird es als "Steg", eine Hofmark (Adelssitz) mit einer großen Mühle, bezeichnet. Wahrscheinlich stammt der Maierhof in Klardorf und der Hofbauer in Zielheim aus jener Hofmarkszeit. Im Jahr 1600 wurde ein Betrunkener beerdigt, der in den Stegen an der alten Wehr hängen geblieben war.

1637 kaufte Johann Friedrich Fabricus aus Altenstadt, Rittmeister und Hofrat, das Gut, das öde, unbewohnt und unbestellt war. Das Einkommen von der Bettelmühl war sehr gering so dass er drei Jahre den Zins nach Prüfening schuldig blieb. "Wenn der Abt meine Mühl' will, soll er mir meine eingebauten Kosten ersetzen und meine Kriegskontributionen vergüten", sagte der Eigentümer. Die alte Naab floss damals in einem anderen Bett als der jetzige Fluss. Bei Hochwasser ist er noch sichtbar. Zielheim lag damals ebenfalls so nah am Fluss, wie jetzt Büchelkühn und die Mühle. Im Juni 1657 stürzte ein Gebäude wegen Schlamperei des Zimmermeisters ein. Martin Plank von Auhof kam zu Tode und Johann Fischer von Waltenhofen starb fünf Tage danach. 1674 verkaufte Georg Weindinger, ehemals Müller von Stegen, das Mesnergütel an seinen Sohn, den neuen Müller von Stegen. Die Familie Weindinger war von 1576 bis 1699 auf der Mühle wie es scheint nur als Pächter oder Erbpächter tätig. Von da an hatte die Mühle die Familie Perthold bis 1740. 1839 erwarb die Mühle Karl Bauer, der sie zu einem gut bewirtschafteten Werk machte.

Ära Böttcher endet


Sein Sohn verkaufte den Besitz und er gelangte in die Hände des Fabrikanten Böttcher, der das Werk zu einer Holzpappenfabrik umgestaltete. Im Vorbau besteht noch ein kleine Mahlmühle (um 1900). Anstelle des alten Holzwehres wurde eine Wehr aus Beton in den Fluss eingesetzt. Am 28. August 1951 feierte die Firma Böttcher ihr 50-jähriges Bestehen. 21 Jahre später ging die Ära Böttcher in Klardorf-Stegen zu Ende. Zurzeit befinden sich in den Stegen folgende Betriebe: Schlosserei Drexler, Glas Carniato, die Schreinerei Wilhelm, der Antike Laden und das Geschäft "Move it Climbingholds" (Herstellung von Kletterwänden) sowie das Wasserwerk Linner.
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