Imkerverein zieht Bilanz bei Jahreshauptversammlung
Gutes Honigjahr, aber weniger Völker

Michael Fleischmann (links) stellte in seinem Referat den Imkern eingewanderte Pflanzen, sogenannte invasive Neophyten, und die Auswirkung auf die Imkerei vor. Zuchtwart Johann Kagerer (rechts) dankte ihm für die Ausführungen. Bild: gab
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Schwandorf
22.03.2016
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Beim Imkerverein Schwandorf betreuen 83 aktive Imker 384 Bienenvölker. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Anzahl der Bienenvölker um 37 ab. Bei der Jahreshauptversammlung blendete der Vorsitzende Konrad Grauvogl auf die Aktivitäten des Vereins zurück. Die Neuimkerausbildung nehme viel Zeit in Anspruch, so Grauvogl. Dem Verein gehören derzeit 89 Mitglieder an.

In seinem Rechenschaftsbericht ließ der Vorsitzende, Konrad Grauvogl, das Vereinsjahr nochmals Revue passieren. Er erinnerte an die neun Schulungsveranstaltungen mit Gast- und internen Referenten. So wurden die Mitglieder von externen Fachleuten über Schwarmverhinderung und Ablegerbildung, neue Mittel in der Varroabekämpfung und Versicherungsfragen informiert. Ein Erste- Hilfe-Kurs für Imker rundete das Jahresprogramm ab. Zuchtwart Johann Kagerer betreute die Jungimker das Jahr über und hielt die Anfängerausbildung.

Imkerfest ein Erfolg


Ein großer Erfolg war das Imkerfest verbunden mit einem "Tag der offenen Tür". Viele Besucher nutzten den Tag und ließen sich über die Bienenzucht und Imkerei von den Vereinsmitgliedern aufklären. Besonders der Bienenschaukasten und der Bienenstand waren Anziehungsmagnete, führte Grauvogl aus. Das Wetter war den Imkern 2015 gut gesonnen. Der Völkerverlust im Winter 2014/15 war bei den einzelnen Imkern sehr unterschiedlich. Die gute Frühjahrs- und Sommertracht sorgte bei den Imkern für ein gutes Honigjahr 2015. Der Verein wird auch heuer wieder einen Kurs für Neuimker anbieten. "Wer mit Honigbienen arbeitet, der bekommt einen Einblick in die komplexe Welt der Naturkreisläufe", mit diesem Slogan wirbt der Imkerverein Schwandorf neue Imker. Außerdem stelle die Imkerei eine äußerst sinnvolle Freizeitbeschäftigung dar, so der Vereinsvorsitzende.

Einsteigen möglich


Interessierte können noch einsteigen. Sie werden von erfahrenen Imkern über zwei Jahre betreut. Bei diversen Theorie- und Praxiskursen können die Neuimker ihr Wissen um die Bienenzucht vertiefen. Einen positiven Kassenbericht legte Kathrin Fleischmann den Mitgliedern vor. Trotz verschiedener Anschaffungen konnte das Jahr mit einem Überschuss abgeschlossen werden. Die Kassenprüfer Peter Merl und Georg Höfler bescheinigten eine ordnungsgemäße Kassenführung.

Zuchtwart Johann Kagerer berichtete, dass 209 Königinnen gezüchtet wurden. Davon wurden 72 standbegattet und 100 waren bei den Belegstellen in Kühweiher bei Wernberg-Köblitz, am Rachel und in Bodenwiese bei Marktredwitz. Gezüchtet wurde ausschließlich die Rasse Carnica. Konrad Grauvogl informierte die Mitglieder noch über die Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes. Mit wenigen Ausnahmen wurde ein neuer Vorstand gewählt. Künftig ist jeder erste Vorsitzende der 16 Mitgliedsvereine im Ausschuss vertreten. Zum Abschluss seiner Ausführungen dankte Grauvogl den Mitgliedern für die geleistete Grundstückspflege und für das Holz machen.

Pflanzen aus der Fremde


Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung hielt Michael Fleischmann einen Vortrag über eingewanderte Pflanzen - die sogenannten invasiven Neophyten - und deren Auswirkung auf die Imkerei. Dabei standen das drüsige Springkraut, die kanadische Goldrute, die Stauden-Knöteriche sowie der gefährliche Riesen-Bärenklau im Vordergrund.

Die meisten Neophyten dienen den Bienen als hervorragende Nektar- und Pollenspender, da diese zu einer Zeit blühen, in der die heimischen Trachtpflanzen bereits verblüht sind. Zudem fehlen in unserer Natur seit der intensivierten Landwirtschaft Pflanzen wie die Kornblume, Kamille oder Klatschmohn.

Die invasiven Neophyten seien jedoch auch eine große Bedrohung für unseren heimische Flora und Fauna, da sie hier keine Fressfeinde haben und durch ihre enorme Wuchskraft andere Pflanzen verdrängen. Ebenso haben manche der Neophyten Giftstoffe in sich, die den Menschen und den Bienen starke Schäden zufügen können, führte der Referent abschließend aus.
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