Immanuel-Gemeinde engagiert sich für Flüchtlinge
Glauben ohne Amtskirche

Ein großer, heller Raum dient der Immanuel-Gemeinde für gemeinsame Andachten und andere Versammlungen. Dieses Bild ist bei einem Gottesdienst entstanden. Bilder: Dobler (3)
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Schwandorf
15.01.2016
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John Jupe, ein gebürtiger Engländer, leitete die Immanuel-Gemeinde zehn Jahre lang. Jetzt lebt er in Belgien, ist mit den Schwandorfern aber weiter verbunden. Manchmal predigt er auch im Gottesdienst.

Als 2015 die Eröffnung einer Flüchtlingsunterkunft im früheren Dachelhofer Gemeinschaftshaus bevorstand, sagte eine Gruppe von Menschen spontan Hilfe zu, von der viele bis dahin noch nie gehört hatten.

Zwischenzeitlich gehört die Schwandorfer Immanuel-Gemeinde zu den aktiven und dauerhaften Unterstützern der Flüchtlinge, die sich seit einigen Monaten mit ihnen sozusagen unter einem Dach befinden. Denn auch die kleine, christliche Glaubensgemeinschaft ist im Gemeinschaftshaus unweit des Dachelhofer Hallenbades zu Hause.

Die Immanuel-Gemeinde ist ein gutes Vierteljahrhundert alt. Ihre Wurzeln finden sich in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre im Raum Schwarzhofen/Neunburg in dortigen Gebetskreisen; man versteht sich als ein Zusammenschluss von quasi urchristlichem Zuschnitt. Der Name Immanuel ist hebräisch und bedeutet soviel wie "Gott (ist/sei) mit uns". Im Matthäusevangelium im Neuen Testament wird der Name in Beziehung zu Jesus Christus gesetzt.

Wie Michael Lexa und Maren Maibom erläutern, umfasst die Gruppe, die die Rechtsform eines eingetragenen Vereins besitzt und sich den "freien Christengemeinden" nahe fühlt, etwa 35 erwachsene Mitglieder, die sich regelmäßig treffen. Zum Beispiel alle 14 Tage zum gemeinsamen Gottesdienst, der im Saal im ersten Stock des früheren Gemeinschaftshauses stattfindet. Dieser Gottesdienst unterscheidet sich deutlich von herkömmlichen katholischen oder evangelischen. John Jupe, ein freundlicher, älterer Herr, der beim letzten Gottesdienst gepredigt hat, tat dies in ganz normaler Alltagskleidung - keine Spur von Priestergewändern oder ähnlichem. Auch Gemeindeleiter Michael Lexa hat sich für den Sonntags-Gottesdienst nicht besonders herausgeputzt. John Jupe, ein Engländer, war ein "Geburtshelfer" der Immanuel-Gemeinde und ihr langjähriger Leiter. Heute lebt er in Brüssel, kommt aber hin und wieder zu Besuch.

Die Gemeinde versammelte sich anfangs in einem alten Schulgebäude in Zangenstein (Schwarzhofen) und übersiedelte später nach Wackersdorf, wo man im ehemaligen Schwesternheim der BBI ("Werk II") Unterkunft fand. Mitte 2014 erfolgte schließlich der Umzug nach Dachelhofen. "Wir fühlen uns wohl dort, es ist ideal", versichert Lexa. Dass ein Jahr später das große Gebäude auch Flüchtlingen Unterschlupf gewähren würde, war nicht vorauszusehen. Die Immanuel-Gemeinde ging mit der Herausforderung aktiv um und versuchte von Anfang an, für die neuen Mitbewohner da zu sein.

Für die Flüchtlinge


So wurden die Flüchtlinge zu Weihnachten zweimal eingeladen, es gibt für sie ein "Spiele-Café", einen Sprachkurs, man grillte miteinander "und die Kinder dürfen bei unseren Pfadfindern Royal Rangers mitmachen", ergänzt Maren Maibom, die diese Jugendaktivitäten betreut. Natürlich läuft alles ehrenamtlich in der Gemeinde. "Die Aufgaben wurden auf viele Schultern verteilt", erklärt Lexa. Das entspricht dem Selbstverständnis dieser Gruppe, die sich sicher ist, dass man als christlicher Mensch nur die Bibel, aber keine Amtskirche benötigt, um wirklich und tief gläubig zu sein.
Wir fühlen uns wohl dort, es ist ideal.Michael Lexa über das frühere Gemeinschaftshaus Dachelhofen, das Zentrum der Immanuel-Gemeinde
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