Jäger schießen gegen Ministerium

Vorsitzender Hans Vornlocher (rechts) und Hornmeister Wolfgang Prebeck (links) zeichneten die langjährigen Mitglieder der Bläsergruppe, Doris Wenzl-Willimek, Hans Weller und Josef Seegerer (von links) aus. Dritter von links Vizepräsident Dr. Günther Baumer. Bild: rid
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Schwandorf
15.03.2016
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Von den Anordnungen aus dem Ministerium hält Dr. Günther Baumer wenig. "Wenn es Probleme in den Revieren gibt, dann müssen sie die Jäger und Jagdgenossen gemeinsam vor Ort lösen", sagte der Vizepräsident des "Bayerischen Jagdverbandes" bei der Hauptversammlung des Jägervereins St. Hubertus in der Gaststätte des Tierzuchtzentrums.

Der Tierarzt aus Kümmersbruck empfahl den Waidmännern, Widerspruch gegen die Anweisungen aus dem Ministerium einzulegen. Er beklagte sich, dass das Jagdgesetz mehr nach wirtschaftlichen, denn nach ökologischen Gesichtspunkten ausgelegt sei. Dr. Günther Baumer misst dem Tierschutz einen hohen Stellenwert bei.

Er bricht dabei eine Lanze für seinen Stand: "Wer, wenn nicht wir Jäger, reguliert den Wildbestand, schützt die Natur und versorgt die Menschen mit hochwertigen Lebensmitteln". Mehr "Bio" als bei einem "gut geschossenen Reh oder einer gut geschossenen Wildsau" gebe es nicht.

Der Vizepräsident beklagt das Artensterben, wenn er sagt: "Das Rebhuhn war einst ein Allerweltsvogel und ist heute in Bayern fast ausgestorben." Mit dem Landesbund für Vogelschutz pflege der Jagdverband ein gutes Verhältnis, "im Gegensatz zum Bund Naturschutz". Auch mit den "Grünen" geht er auf Distanz: "Überall, wo sie das Sagen haben, wird auf die Jäger draufgehauen".

"Keinen Fall gleich schießen"


Zu mehr Zurückhaltung mahnt Dr. Baumer die eigenen Kollegen, wenn sie streunende Hunde sehen. "Fotografieren und der Polizei melden, aber auf keinen Fall gleich schießen." Der Vizepräsident informierte über den aktuellen Stand zum Einsatz von Nachtsichtgeräten. Das Bundeskriminalamt sei nach wie vor gegen einen Einsatz dieses Hilfsmittels. Ein Landrat habe jedoch die Befugnis, Nachtsichtgeräte "im Rahmen eines Versuches" freizugeben, hafte dann aber auch im Falle von Missbrauch.

Der Vorsitzende des Jägervereins St. Hubertus, Hans Vornlocher beklagte einen zunehmenden Vandalismus in den Revieren: "Im Bereich Nittenau, Wackersdorf, Schwandorf, Schwarzenfeld und Wölsendorf ist es wiederholt zu Übergriffen auf jagdliche Einrichtungen gekommen." Wildkameras und Tarnnetze seien entwendet und Leitersprossen an den Hochsitzen angesägt worden.

Bestes Ergebnis


Den Hegegemeinschaften Neukirchen und Wackersdorf gratulierte Hans Vornlocher zum besten Verbissgutachten-Ergebnis seit Bestehen der Verjüngungskur. Er ehrte Doris Wenzl-Willimek, Hans Weller und Josef Segerer für langjähriges Mitwirken in der Bläsergruppe, die auch diesmal die Hauptversammlung musikalisch umrahmte.
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