Jörg Fischer vom Stadtarchiv Amberg hält Vortrag
Vom „Liebestöter“ bis zum Totenhemd

"Am Anfang war das Hemd". Es diente im Mittelalter als Ober-, Unter- und Nachtwäsche. Bild: Hirsch
Vermischtes
Schwandorf
14.06.2016
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"Am Anfang war das Hemd" - Jörg Fischer, Leiter des Stadtarchivs in Amberg, gilt als Fachmann für Wäschekultur und spannt in seinen Vorträgen den Bogen von den Leinenhemden über Großmutters "Liebestöter" bis zu den "materialsparenden modernen Nachfolgern". In der vergangenen Woche sprach er im Heimatmuseum im Rahmen der aktuellen Ausstellung.

Das Hemd, sagt Jörg Fischer, war jahrhundertelang das alles beherrschende Kleidungsstück für Männer, Frauen und Kinder. Es überwand sogar die Standesgrenzen. Der fränkische Ritter trug es unter Harnisch und Leder, die Bürgerstochter verbarg darunter ihre Reize und teilte diese Gewohnheit mit den Studenten der Jesuitenkollegien. Seine Bedeutung kommt auch in der Redewendung zum Ausdruck: "Er hat sein letztes Hemd verloren ". Das Stück Stoff hatte jahrhundertelang auch symbolischen Wert als Tauf- und am Ende des Lebens als Totenhemd. Dazwischen war es Unter- und Oberhemd, Unterhose und Unterrock und Nachthemd.
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