Johanniter ziehen nach einem halben Jahr Bilanz
Tudor ist gut angekommen

Der kleine Tudor legt im Johanniter-Kindergarten Wettertafeln. Seit dem Winter lebt er mit seinen rumänischen Eltern in der Stadt und hat schon gut Deutsch gelernt. Bild: hfz/Denk
Vermischtes
Schwandorf
25.08.2016
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Die Johanniter werden das neue "Haus für Kinder" bauen und betreuen. Nach den guten Erfahrungen in der Kindergartengruppe im Piusheim sehen sie sich für die Aufgabe gut gerüstet.

Teodora Mirela Pop ist sichtlich stolz auf ihren fünfjährigen Sohn Tudor. Mit viel Freude legt er das heutige Wetter auf der Wettertafel und erzählt seinen Freunden vom Sport: "Heute scheint endlich die Sonne, da spielen wir Fußball!". Wenn man es nicht wüsste, käme man nicht auf die Idee, dass der fünfjährige Bub vor einem halben Jahr noch kein Wort Deutsch gesprochen hatte. "Das haben wir nur Ihnen zu verdanken", richtet sich Tudors Mama an Carina Walz, die Tudor vor genau einem halben Jahr als eines der ersten Kinder im neuen Johanniter-Kindergarten aufgenommen hatte. "Hier gibt es ein abwechslungsreiches Programm, Tudor wird gefordert und gefördert und das Beste: Er spricht Deutsch!", so Teodora Pop, die bis 2015 noch selbst als Schulrektorin an einer rumänischen Mittelschule gearbeitet hatte. Wegen des Berufs ihres Mannes ging es im Winter dann nach Schwandorf.

Dabei war die Aufgabe für Carina Walz und ihre Kolleginnen durchaus herausfordernd, teilten die Johanniter mit. Fast alle Kinder der 25-köpfigen Gruppe waren zu Beginn kaum oder gar nicht deutschsprachig. Doch mit einer spielerischen und ansteckenden Selbstverständlichkeit hat es das Team von Anfang an geschafft, diese Hürde zu überwinden. Eine zweite Herausforderung war die räumliche Situation. "Es war wegen der früheren Nutzung zu Beginn einfach ein großer leerer Raum; und da haben wir es uns einfach so schnell wie möglich schön gemacht." So fällt die Bilanz nach genau einem halben Jahr Betrieb des neuen Johanniter-Kindergartens im Piusheim Schwandorf durchweg positiv aus. Die Personal war schnell rekrutiert; schließlich beschäftigen die Johanniter laut eigenen Angaben in 80 Kinderbetreuungsangeboten in Ostbayern über 400 Mitarbeiterinnen nur in diesem Bereich. Außerdem nutzte Carina Walz schon bald das Angebot der pädagogischen Qualitätsbegleitung und ließ sich unter anderem bei der räumlichen Gestaltung beraten.

"Wir haben ja bereits bewiesen, dass wir es können und haben in diesem halben Jahr sehr intensive Partnerschaften zu den Familien aufgebaut", so Walz. Deswegen würde sie und ihr Team die Zusammenarbeit auch beim neuen Kinderhaus sehr gerne fortsetzen. Laut Auskunft von Regionalvorstand Martin Steinkirchner wollen die Johanniter den kompletten Bau übernehmen. "Dafür haben wir einen bewährten Architekten an der Hand und könnten bei Bedarf theoretisch morgen den Bauantrag stellen und dann loslegen", so Steinkirchner. Sachgebietsleiterin Sylvia Meyer ergänzte, dass das bisherige Personal weiter beschäftigt werde und die bestehende Gruppe nahtlos in das Kinderhaus übergeleitet werden solle.

Wie berichtet, hat sich der Ferienausschuss des Stadtrates am Montag mehrheitlich dafür entscheiden, Bau und Betrieb des Kinderhauses an die Johanniter-Unfall-Hilfe zu vergeben. Das Gebäude soll nahe des Vitalzentrums an der Hoher-Bogen-/Schwimmbadstraße entstehen.
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