Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, spricht über seine Erfahrungen in ...
Zu Gast bei Günther Jauch und Maybrit Illner

Josef Kraus, Bundesvorsitzender des Lehrerverbandes. Bild: rid
Vermischtes
Schwandorf
14.03.2016
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Josef Kraus, seit 1987 Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, war schon in allen gängigen Talkshows zu Gast. Bei "Christiansen" und bei "Jauch", bei "Illner" und bei "Maischberger". 40 Mal haben die Sender den Bildungsexperten mittlerweile eingeladen. Der pensionierte Oberstudiendirektor aus Ergolding bei Landshut berichtete bei einer Veranstaltung der Katholischen Erwachsenenbildung am Dienstag in der Spitalkirche über seine Erfahrungen.

"Alle gegen einen". Das hat der streitbare Ober-Lehrer nicht selten erlebt, wenn er seine Kritik am Bildungswesen und an den "Helikopter-Eltern" äußerte. Mit Anne Will hat sich Josef Kraus so überworfen, "dass ich da nicht mehr hingehe". Zufrieden ging er aus der Gesprächsrunde mit Plasberg und Illner aus der "Münchner Runde". Ist es nun mehr "Talk" oder mehr "Show", was da jeden Tag mehrmals über die Bildschirme flimmert? "Die Sendungen bestimmen auf jeden Fall die politische Tagesordnung", ist Josef Kraus überzeugt. Nur: "Die Talkrunden dürfen nicht zum Ersatzparlament werden." Sonst stelle sich die Frage: "Leben wir in einer parlamentarischen oder in einer Medien-Demokratie?"

"Man geht oft unzufrieden raus", stellt der Verbandsfunktionär fest. Denn er müsse in der kurzen Redezeit immer zuspitzen und könne nicht differenzieren. Öfter als zweimal sollte man den Gesprächspartnern während einer Sendung nicht ins Wort fallen, sonst ziehe man sich den Unmut der Zuschauer zu. Apropos Zuschauer: Nicht wenige Talkteilnehmer nehmen ihre "Einklatscher" mit ins Studio, um damit Zustimmung zu signalisieren.

Als Talk-Teilnehmer stehe man sehr schnell am Pranger, hat Josef Kraus wiederholt erfahren. Nach kritischen Äußerungen zur deutschen Bildungspolitik quelle sein E-Mail-Fach über mit Shitstorms, nicht selten auch aus Kollegenkreisen. Positive Rückmeldungen bestärkten ihn allerdings. Seine Intention, warum er sich das als 66-jähriger Pensionist immer noch antue: "Ich möchte, dass die Bildung in Deutschland wieder auf stabile Beine kommt".
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