Jugendhilfeausschuss des Kreistags hört von Gerlinde Beck beruhigende Analysen
Entwarnung für den Ausbildungsmarkt

Gerlinde Beck ist Teamleiterin U 25 in der Arbeitsagentur. Bild: Götz
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Schwandorf
27.04.2016
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Über die Ausbildungs- und Arbeitsplatzsituation bei Jugendlichen und Schulabgängern informierte Gerlinde Beck den Jugendhilfeausschuss bei dessen Sitzung im Landratsamt. Die Teamleiterin U 25 der Arbeitsagentur nahm sich 40 Minuten Zeit, die neuesten Daten vorzustellen. Sie kam zu einem erfreulichen Resümee, was die Lehrstellen anbelangt: "Es ist kein großes Thema. Im großen und ganzen kommen die Bewerber unter, denn der Markt ist sehr positiv."

Grundsätzlich gilt laut Beck, dass sich "die Schere weiter öffnet". Das heißt, dass die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze ansteigt, nicht aber die Zahl der Bewerber. So gab es zuletzt 1489 Stellenangebote für 931 junge Leute - es sind also deutlich mehr Lehrstellen da als nachgefragt werden; zumindest, was der Arbeitsagentur bekannt ist. 75 Prozent der Bewerber seien zuletzt in Ausbildung gegangen, wusste die Teamleiterin, 153 Stellen konnten nicht besetzt werden.

Überhang an Stellen

Wenn man sich das Angebot genauer besieht, dann ergibt sich ein Überhang an Ausbildungstellen in der Metallbranche und bei den Baunebenberufen, aber auch bei den Arzthelferinnen. Genau umgekehrt sieht es bei den Büro- und Verwaltungsberufen aus. Grundsätzlich aber gilt laut Beck, "dass der Landkreis Schwandorf im Bereich der Ausbildung gut aufgestellt ist, denn es gibt ein gutes Angebot". Nachdem die Agentur im fünften Jahr in Folge eine sehr positive Entwicklung konstatiere, gab die Teamleiterin "Entwarnung für den Ausbildungsmarkt".

251 arbeitslos

Mit Blick auf die Daten bei der Jugendarbeitslosigkeit berichtete Beck von 251 betroffenen jungen Leuten zwischen 15 und 25 Jahren im November 2015. Das sind 16 weniger als im Vorjahr. "Das hat sich also minimal verbessert und ist nicht besorgniserregend", versicherte die Expertin.

Thema waren auch junge Asylbewerber und Flüchtlinge. Becks Credo: "Wir dürfen sie nicht im Regen stehen lassen, sondern müssen nach Lösungen suchen." Sie zeigte dem Ausschuss das derzeitige System von Vorklasse (67 Schüler) und Berufsintegrationsjahr (41 Schüler) auf, das einem Schnelldurchlauf durchs deutsche Bildungssystem gleichkommt.

Neu sei seit September das Schwandorfer Modellprojekt "Berufliches Übergangsjahr", das von 13 ausländischen Schülern genutzt wird. "Das ist für die besseren, die noch Stabilisierung brauchen und bietet Projekte mit Berufsbezug." Das "Berufliche Übergangsjahr" werde auch als Möglichkeit gesehen, die Lücke des Fachkräftemangels zu schließen.

Grundsätzlich sei den jungen Asylbewerbern und Flüchtlingen der Zugang zu Arbeit und Ausbildung nach drei Monaten möglich.
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