Kälber richtig großziehen

Doris Meßner ist Fachspezialistin "Rind" bei der Baywa AG. Bild: rid
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Schwandorf
15.03.2016
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"Die Kälber sind die Zukunft jedes Milchviehbetriebs", sagt Doris Meßner. Die Fachspezialistin "Rind" bei der Baywa AG sprach bei einem Seminar der Ortsbäuerinnen im Bayerischen Bauernverband zum Thema "Kälberfütterung und Kälbergesundheit".

Die Gesundheit der Tiere sei Dreh- und Angelpunkt in der Kälberaufzucht, so die Referentin. Die Gesundheitsvorsorge beim Kalb beginne bereits bei der Versorgung der hochträchtigen Kuh mit Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen. Die erste Milch der Kuh sei reich an wertvollen Inhaltsstoffen und an lebenswichtigen Antikörpern, "die das Kalb in den ersten Lebenswochen schützen, bis sich das eigene Immunsystem entwickelt hat".

So früh und so viel wie möglich sollen die Kälber von dieser ersten "Biestmilch" saufen. Nur in den ersten Lebensstunden könnten die Immunglobuline vom Körper aufgenommen werden und das Tier zu schützen. Neben der optimalen Biestmilchversorgung sei die Hygiene die zweite wichtige Maßnahme zur Gesunderhaltung der Kälber. Die Kälberiglus oder Kälberboxen sollten immer mit einem Reinigungsmittel gesäubert werden, rät die Expertin. In der Praxis habe sich das Einschäumen mit einer Schaumlanze, die am Hochdruckreiniger montiert werde, bewährt. Diese Reinigung löse die Fett- und Eiweißschichten, in denen sich die Erreger ansonsten "pudelwohl fühlen". Die Referentin machte deutlich: "Bei der Tränke der Kälber sind die Qualität und die Quantität entscheidend, unabhängig davon, ob die Kälber Vollmilch oder eine Tränke mit einem Milchaustauscher bekommen". Qualität bedeute "Vollmilch plus einem sogenannten Vollmilchaufwerter". Anhand eines Preisvergleiches zeigte Meßner auf, dass sich der Einsatz eines hochwertigen Milchaustauschers trotz des niedrigen Milchpreises rechne.

Meßner führte praktisch vor, wie eine Ansäuerung der Tränke funktioniere. Die Ansäuerung erleichtere die Arbeit, da die Milch auch unter 39 Grad Celsius für die Kälber gut bekömmlich bleibe. Damit sich der Pansen der Kälber gut entwickle, bekämen die Kälber spätestens ab der zweiten Lebenswoche ein spezielles Kraftfutter.
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