Kälte drückt auf die Festbilanz
Achterbahn der Temperaturen

Zum Abschluss des Pfingstvolksfestes erhellte am Sonntagabend wieder ein großes Feuerwerk den Himmel über der Stadt, das natürlich auch vom Blasturm aus gut zu sehen war. Bild: Hösamer
Vermischtes
Schwandorf
23.05.2016
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Bei der Auftaktparty zum Volksfest herrschte noch Gedränge im Festzelt. An den folgenen Tagen schlug dann die Kälte zu. Bild: Hirsch

Das Wetter fuhr Achterbahn! Zwischen Volksfestbeginn und -ende lag heuer ein Temperaturunterschied von über 20 Grad. Über die Feiertage saukalt, zum Finale hochsommerlich warm. Für den Festwirt kein Grund zum Jammern.

Als sich am Sonntag in den späten Abendstunden die Kaskaden des Feuerwerks in der Naab spiegelten und damit eine lange Tradition fortgesetzt wurde, zog drinnen im Bierzelt der Festwirt eine Bilanz. Für Gerhard Böckl, heuer im 27. Jahr Chef im Zelt und auch diesmal - das wurde ihm bestätigt - um ein attraktives Programm auf der Bühne bemüht, fiel die Rückschau durchwachsen aus.

Eisige Kälte


Der Auftakt-Freitag mit der gong-fm-Band zog wieder viele junge Leute auf den Krondorfer Anger. Dann kam am Pfingstsamstag die offizielle Eröffnung. Mit mehr als 1000 Teilnehmern am traditionellen Festzug zum Krondorfer Anger. Sie füllten die Bänke bis in den späteren Abend hinein. Ab dann wurde es wie im Winter. Pfingstsonntag- und montag sank das Thermometer bis auf lausige sechs Grad. "Das merkt dann auch ein Festwirt", sagte Gerhard Böckl in seiner Bilanz. Heuer kam für ihn hinzu: In Amberg war Dult und auch in Regensburg hatte das Volksfest begonnen. Seit etlichen Jahren wird an den Dienstagen eine Pause auf dem Anger eingelegt. Das war auch diesmal so. Unterdessen erholte sich das Maiwetter, ließ auf größeren Zuspruch hoffen. Am Mittwoch füllte sich das Zelt weitaus besser, am Donnerstag spielten die "Topsis" und damit eine Band, die nun schon weit über 20 Jahre von Gerhard Böckl engagiert wird. Auch heuer kamen die Fans dieser Gruppe.

Endlich Biergartenwetter


Das zweite Festwochenende sorgt schließlich für einen grundlegenden Kleiderwandel. Statt Bommelmütze und wattierter Jacke endlich kurzärmelige Shirts. Am Samstag spielte der BVB aus Dortmund gegen die Münchener Bayern und relativ kurzfristig entschied sich der Festwirt für eine Übertragung des Pokalendspiels auf Großleinwand. Public Viewing mit einer Maß Naabecker Bier und ein Prost schließlich kurz vor Mitternacht auf den Sieg des FCB nach Elfmeterschießen. Viele kamen zu diesem Gemeinschaftserlebnis und niemand bedauerte, dass statt der ursprünglich angekündigten Kapelle eine TV-Übertragung stattfand.

Mit nachmittags gemessenen 28 Grad klang das Schwandorfer Pfingstvolksfest 2016 am Sonntag aus. Endlich der gewünschte Betrieb im Biergarten vor dem Zelt, am Abend dann auch guter Besuch drinnen unter den Planen. Ein versöhnlicher Abschluss, der den Wirt zur Auffassung brachte: "Es ist okay so, wie es gelaufen ist." Dabei muss man Festwirt Gerhard Böckl positiv zuschreiben: Er hat in all den Jahren nie gejammert.

Das merkt dann auch ein Festwirt.Gerhard Böckl zum Volksfest-Wetter


Straftaten trotz großer Präsenz Eine durchwachsene Bilanz des Pfingstvolksfestes zieht die Polizeiinspektion Schwandorf. Trotz verstärkter und sichtbarer Präsenz, so stellvertretender Leiter Hauptkommissar Manfred Bruckner, mussten am Festplatz und im Umfeld im Gegensatz zu 2015 vermehrt Straftaten registriert werden. Bruckner resümierte: "Bier süffig, Wetter durchwachsen, viel Arbeit für die Polizei". Neben eigenen Kräften waren Hundeführer und Verstärkung aus Amberg im Einsatz.

Bereits am ersten Tag gerieten gegen 23.40 Uhr mehrere Jugendlichen in der Nürnberger Straße auf dem Nachhauseweg in Streit. Ein amtsbekannter 18-Jähriger schlug wild um sich und verletzte zwei Jugendliche. Der Täter ließ sich nicht beruhigen und musste von der Polizei in Gewahrsam genommen werden. Gegen 0.10 Uhr kamen sich dann zwei alkoholisierte Besucher am Marktplatz in die Haare. Ein 29-Jähriger versetzte seinem 26-jährigen Kontrahenten mehrere Faustschläge ins Gesicht.

Offensichtlich betrunkene Volksfestgäste warfen am Pfingstmontag gegen 0.30 Uhr in der Krondorfer Straße aus Übermut zwei Blumenkästen von Fensterbänken. Ein Zeuge sah zwar die vier bis fünf Jugendlichen, konnte aber keine genauere Täterbeschreibung geben. Eine Fahndung blieb ergebnislos. Der Schaden beläuft sich auf 30 Euro.

Auch am Mittwoch musste die Polizei eingreifen. Beim Autoscooter gerieten gegen 20.45 Uhr ein 16-jähriger Schüler und ein 23-Jähriger in Streit, der 16-Jährige ließ die Fäuste fliegen. Ebenfalls beim Autoscooter brach gegen 21 Uhr eine Schlägerei zwischen zwei Cliquen aus. zu den wechselseitigen Körperverletzungen seien noch umfangreiche polizeiliche Ermittlungen erforderlich.

In der Folge dieser Auseinandersetzung wurde einer der Beteiligten gegen 21.45 Uhr von der gegnerischen Gruppe bis zum Adolf-Kolping-Platz verfolgt. Da er sich bedroht fühlte, verständigte er die Polizei. Der 24-jährige, amtsbekannte Anrufer wurde von der Polizei sicher zur Wohnung seiner Freundin begleitet. Der Gruppe wurde ein Platzverweis erteilt.

Rabiate Mutter

Gegen 23.40 Uhr versetzte dann ein 21-Jähriger beim Verlassen des Bierzeltes einem 22-Jährigen einen Schlag auf den Hinterkopf. Dabei ging dessen Brille zu Bruch. Ein Securitymitarbeiter hielt den Täter fest. Dies quittierte die Mutter des Schlägers, die daneben stand, damit, dass sie dem Securitymitarbeiter eine Ohrfeige versetzte. Als eine zweite Securitymitarbeiterin ihrem Kollegen beistehen wollte, versetzte ihr die 43-Jährige einen Schlag gegen den Hinterkopf.

Ein 28-jähriger Volksfestbesucher aus dem östlichen Landkreis wurde am Freitag gegen 23.40 Uhr aus dem Festzelt verwiesen, weil er randaliert hatte. Da er der Aufforderung der Security nicht Folge leistete, wurde die Polizei aktiv. Da der Mann auch gegenüber den Beamten uneinsichtig war und drohte, sie zusammenzuschlagen und wieder zurück ins Bierzelt zu kommen, wurde er in Gewahrsam genommen.

Dabei bespuckte er einen der Polizeibeamten. "Der 28-Jährige durfte daraufhin die Nacht über in einer Arrestzelle sein Verhalten überdenken", so Bruckner. Zudem wird er wegen Widerstandes, Beleidigung und Körperverletzung angezeigt. Ein 18-Jähriger wurde am zweiten Fest-Samstag am Spielplatz hinter dem Bierzelt beim Rauchen eines Joints erwischt. Er muss nun mit einer Anzeige rechnen. Gegen 23 Uhr gerieten wiederum zwei Gruppen in Streit.

Eine dreiköpfige Clique verließ das Volksfest und wollte mit einem Pkw wegfahren. Die Kontrahenten folgten allerdings, rissen eine Autotüre auf und schlugen einen der Insassen. Dabei verschwand auch ein Handy. Auch in diesem Fall ermittelt die Polizei noch weiter.

Angetrunken unterwegs

Am Sonntag schließlich ging den Beamten gegen 23.20 Uhr am Angerring der Fahrer eines Kleinkraftrads ins Netz. Der 18-Jährige hatte eine Alkoholfahne. Der fällige Test bestätigte den Verdacht. Den Fahrer erwartet ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro und obendrein ein einmonatiges Fahrverbot.
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