Klare Worte beim Jägerverein St. Hubertus
„Bedenklich bis katastrophal“

Die Jagdhornbläser des Jägervereins St. Hubertus entboten einen musikalischen Willkommensgruß.
Vermischtes
Schwandorf
12.04.2016
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Der Jägerverein St. Hubertus richtete am Sonntag im Tierzuchtzentrum die Pflichthege- und Naturschutzschau für die Hegeringe Wackersdorf und Neukirchen aus. Dabei fand Vorsitzender Hans Vornlocher deutliche Worte.

Er bezweifle, so der Sprecher der Kreisgruppe im Landesjagdverband, ob die Präsentation der Gehörne noch den Zielen der Hege und Pflege diene. Hans Vornlocher fürchtet um den Rehwildbestand und fragt: "Wo sind die fünfjährigen Böcke an unseren Schautafeln?" Wobei es in den Hegegemeinschaften Wackersdorf und Neukirchen um die älteren Tiere immer noch besser bestellt sei als anderswo.

Die Niederwildsituation in den Hegegemeinschaften des Landkreises stuft Vornlocher als "bedenklich bis katastrophal" ein. "Wo sind die Rebhühner, Fasane, Karnickel und Feldhasen geblieben?", fragte der Vorsitzende. Erfreulich sei dagegen das Verbissgutachten für die 18 Hegegemeinschaften im Landkreis ausgefallen. "Das beste Ergebnis aller 750 Hegegemeinschaften in Bayern", betonte Vornlocher. Hier lobte er die gute Zusammenarbeit zwischen den Jägern, Waldbesitzern und Behörden. Für diesen "partnerschaftlichen Umgang auf Augenhöhe" überreichte Vorlocher den "Hubertus-Krug" an Forstdirektor Alwin Kleber (Landwirtschaftsamt) Abteilungsleiter Christian Guder (Landratsamt).

Abschusspläne erfüllt


Stellvertretender Amtsleiter Alwin Kleber bestätigte das gute Resultat des Verbissgutachtens und betonte: "Bei 90 Prozent der Hegegemeinschaften wurde die Verbissbelastung als günstig bis tragbar bewertet." Zum Vergleich: Bayernweit treffe dies nur auf die Hälfte der Reviere zu. Einen "waid- und waldgerechten Rehwildabschuss" bezeichnet Alwin Kleber als "wichtigen Teil eines durchdachten Jagdkonzeptes". Orkane, Schadensereignisse, der zweite Jahrhundertsommer in Folge mit einer Borkenkäferwelle - eine neue Waldgeneration könne nur unter Schutzmaßnahmen entstehen. Der Forstdirektor bat deshalb die Jäger, "die Bejagung des Rehwildes als Dienst am Wald" zu verstehen.

"Die Abschusspläne der letzten drei Jahre wurden erfüllt", betonte Kreisjagdberater Herbert Krauthann. Der Rehwildverbiss im Landkreis sei "tragbar". Mehr Sorgen bereitet ihm das Schwarzwild. 2145 geschossene Sauen im vergangenen Jagdjahr bedeuteten einen neuen Rekord. Diese Zahl bewertet Herbert Krauthann als Beweis dafür, "dass die Wildschweinpopulation ständig wächst".

Der Jagdberater plädiert deshalb für den Einsatz von Nachtsichtgeräten zur Erleichterung der Bejagung. Die Jagdhornbläser des Jägervereins St. Hubertus entboten einen musikalischen Willkommensgruß.
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