Kleinen Sohn missbraucht

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Schwandorf
26.08.2016
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Es ist eine besonders schwerwiegende Wiederholungstat, die ein 38-Jähriger aus dem Landkreis Schwandorf begangen hat. Im vergangenen Jahr missbrauchte er seinen damals zweijährigen Sohn sexuell schwer. Für das gleiche Delikt hatte er bereits einmal knapp vier Jahre im Gefängnis gesessen.

Schwandorf/Amberg. Die Kennenlern-Geschichte des Angeklagten und seiner Ex-Frau klingt wie aus einem Hollywood-Drehbuch. Als der 38-Jährige wegen seiner ersten Tat für drei Jahre und zehn Monate im Gefängnis saß, entstand eine Brieffreundschaft zwischen den beiden. Nach der Haftentlassung entwickelte sich eine Beziehung. Die Zwei heirateten 2012 schließlich. Der 38-Jährige nahm sogar den Namen der Frau an, weil es wegen seiner ersten Tat - er hatte den Sohn aus erster Ehe sexuell schwer missbraucht - immer wieder zu Problemen gekommen war. Unter anderem bekam er deswegen anonyme Briefe.

Kontakt zu Kindern verboten


Als der mittlerweile 38-Jährige vor zehn Jahren aus der Haft entlassen wurde, musste er etliche Auflagen erfüllen. Fünf Jahre stand er unter Führungsaufsicht. Er musste sich regelmäßig bei der Polizei melden und an einer ambulanten Psychotherapie teilnehmen. Aber vor allem: Ihm war der Umgang mit Kindern strikt untersagt. Das änderte sich. 2008 bekam das Paar seinen ersten Sohn. Drei Jahre später erließ das Gericht eine Ergänzung des Führungsaufsichtsbeschlusses, die den Sohn vom Umgangsverbot aussparte. Vor drei Jahren kam der zweite Sohn zur Welt. Ihn missbrauchte der Vater im vergangenen Jahr schwer und hielt die Tat fest. Fotos und Videos ließen keinen Zweifel an der Schuld des 38-Jährigen.

Kein Alkohol, nicht aggressiv


Zwischen seiner Entlassung 2006 und der erneuten Inhaftierung im Dezember vergangenen Jahres war der Angeklagte als Berufskraftfahrer und Lagerist tätig, zeitweise aber auch arbeitslos. Er hatte seinen Führerschein wegen einer Trunkenheitsfahrt und damit auch seinen Job als Lkw-Fahrer verloren. Bei der Verhandlung betonten aber sowohl zwei Gutachter als auch die Ex-Frau, dass Alkohol keine große Rolle im Leben des 38-Jährigen gespielt habe. Der Angeklagte sei auch nicht aggressiv gewesen.

Im Alter von 15 oder 16 Jahren - der Angeklagte tat sich bei zeitlichen Einordnungen schwer - war er vorübergehend in einem Kinderheim untergebracht. Außerdem war er für drei Monate auf einem sogenannten pädagogischen Schiff im Mittelmeer unterwegs. Als die Gruppe in Spanien an Land ging, floh der Angeklagte und hielt sich eine Zeit lang mit Betteln und Klauen über Wasser. Später lebte er wieder bei seiner Mutter.

Vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Amberg wurde der 38-Jährige am Donnerstag zu acht Jahren Haft und anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Zwei Gutachter erklärten übereinstimmend, dass der Angeklagte unter keiner Persönlichkeitsstörung leide. Das Gericht sah den Mann als schuldfähig an. (Seite 6)
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