Landrat im Gespräch mit der Kinder- und Jugendpsychiaterin Dr. Susanne Mielich
Neue Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Die neue Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie Dr. Susanne Mielich (Dritte von rechts) sprach mit (von links) AK-Sprecher Franz Klarner, Leiter des Gesundheitsamtes Dr. Maximilian Kühnel und Praxisteamleiter Manfred Wurstner sowie Jugendamtsleiterin Regina Hildwein und Landrat Thomas Ebeling. Bild: hfz
Vermischtes
Schwandorf
23.12.2015
171
0

Jahrelang hatte sich der Landkreis intensiv darum bemüht, eine sozialpsychiatrische Praxis zu bekommen. Bei nur 4,5 Stellen in der nördlichen Oberpfalz war der Kreis bislang ein weißer Fleck auf der Karte. Erfreut zeigte sich Landrat Thomas Ebeling, dass diese Lücke zum 15. Oktober geschlossen werden konnte. Im Beisein der Leitungen von Jugendamt, Gesundheitsamt und Psychosozialer Arbeitsgemeinschaft empfing er Dr. Susanne Mielich zu einem Gedankenaustausch im Landratsamt. Begleitet wurde sie von ihrem Regensburger Kollegen Manfred Wurstner.

Wichtige Betreuung


Landrat Ebeling verwies darauf, dass die Inklusion, also die gleichberechtigte Teilhabe behinderter und nichtbehinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben, ein wichtiges Gut des Sozialstaates ist. In Einzelfällen kann auch der Einsatz von Schulbegleitern notwendig sein. Diese begleiten Kinder und Jugendliche im schulischen Alltag, wenn sie in den Bereichen Lernen, Verhalten, Kommunikation oder medizinischer Versorgung der besonderen und individuellen Unterstützung bedürfen. Auch der Jugendhilfeausschuss hat kürzlich über die Schulbegleitungen beraten. Sie schlagen im nächsten Jahr mit 1,3 Millionen Euro zu Buche. Das ist eine deutliche Steigerung, weil mehr Fälle begonnen werden müssen als abgeschlossen werden können. Derzeit gibt es 34 Schulbegleitungen im Landkreis. Kinder- und Jugendpsychiater wie Dr. Mielich können Probleme von Kindern frühzeitig erkennen und damit bestmögliche Therapien einleiten. Die Leiterin des Kreisjugendamtes Regina Hildwein berichtete, dass seit Jahren eine sehr rege Zusammenarbeit mit der Praxis Manfred Wurstner stattfindet. Bei Legasthenie oder Autismus ist eine frühzeitige Förderung sehr wichtig.

Der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Maximilian Kühnel, zeigte sich ebenfalls erfreut, dass ein Manko in der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung geschlossen werden konnte. Das stete Nachhaken habe jetzt zum Erfolg geführt. Nachdem die Kassenärztliche Vereinigung ihre Berechnungsgrundlagen geändert hat, konnte jetzt der Markt flexibel darauf reagieren.

Dr. Mielich und Wurstner berichteten dem Landrat von ihrem Wunsch, nicht nur Diagnosen und Gutachten zu erstellen, sondern mehr Gruppentherapien anzubieten und über soziale Netzwerke die Kinder und Jugendlichen erforderlichenfalls auch jahrelang betreuen zu können. Der Leiter des Arbeitskreises Kinder- und Jugendpsychiatrie der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Schwandorf, Franz Klarner, zeigte sich überzeugt, dass die in Schwandorf neu eröffnete Praxis gut angenommen werden wird. Gerade in Familien mit kranken und behinderten Kindern sind kurze Wege zu professioneller Hilfe von enormer Wichtigkeit. Das von Dr. Mielich gewünschte Netzwerk kann in Form der PSAG angeboten werden. Es handelt sich hier um einen Zusammenschluss von Beratungsstellen, Dienstleistern, Behörden und Fachärzten für psychisch kranke Menschen und ihre Angehörigen. Die PSAG bietet Beratung, Information und Hilfe an.

Landrat Ebeling wünschte der neuen Ärztin, die ihre Approbation 2006 erworben hat, alles Gute, bot die Zusammenarbeit mit den Fachstellen des Landratsamtes an und dankte dem Praxisteam Wurstner für die Eröffnung der Filiale. (Hintergrund)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.