Landwirte im Gespräch mit dem Landrat

Über 50 Obmänner des Bayerischen Bauernverbandes kamen gestern nach Schwandorf, um gegenüber der Landkreisverwaltung ihre Probleme zu äußern und Lösungen zu diskutieren. Bild: rid
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Schwandorf
15.03.2016
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Bauen im Außenbereich, Führen überbreiter Fahrzeuge, Schwarzwild-, Biber- und Fischotterproblematik: Die Obmänner schilderten bei einer Veranstaltung des Bayerischen Bauernverbandes im Sitzungssaal des Landratsamtes ihre Probleme. Landrat Thomas Ebeling und seine Mitarbeiter stellten sich erstmals in dieser Form den Fragen der Landwirte und Jagdgenossen.

Der Außenbereich sei vor Zersiedelung zu schützen, heißt es im Bayerischen Baugesetzbuch. Wenn sie ihren Betrieb erweitern oder modernisieren wollen, müssen die Landwirte aber häufig aussiedeln. Das Landratsamt genehmigt diese Pläne nur dann, wenn das Amt für Landwirtschaft dem Landwirt "die Privilegierung" bescheinigt. Die Ausbildung des Hofbesitzers und die Größe des Betriebes spielen dabei eine Rolle. "Auch bei einer Umnutzung von bestehenden Gebäuden gibt es baurechtliche Vorschriften, die einzuhalten sind", betonte Kreisbaumeister Franz Schober bei der Obmännertagung.

Probleme bei Verpachtung


Die Bauern schilderten aber auch die Probleme bei der Erweiterung ihres Betriebes im Innenbereichen. "Wir versuchen, bei der Genehmigung großzügig zu sein", versprach Landrat Thomas Ebeling. Er bat aber um Verständnis, "dass die Dörfer nicht unendlich wachsen können".

Dürfen überbreite Mähdrescher auf der Straße fahren. "Ja", sagt Gerhard Domeier von der Straßenverkehrsbehörde, "wenn sie zwischen 3,10 und 3,50 Meter breit sind und über eine modulare Zusatzausstattung verfügen". Breitere Maschinen benötigen zur Absicherung ein Begleitfahrzeug.

Der Leiter der Unteren Jagdbehörde, Christian Guder, sprach das Schwarzwild-Problem an. Im abgelaufenen Jagdjahr schossen die Jäger in den 180 Revieren des Landkreises 2100 Sauen und damit um 300 mehr als im Jahr zuvor. Weil die Jagdpächter die Schäden zu 100 Prozent übernehmen müssten, werde es für die Jagdgenossen immer schwieriger, die Reviere zu verpachten. Rudolf Birner von der Jagdgenossenschaft Rottendorf stellte fest: "Reviere, die an Staatswälder oder Truppenübungsplätze angrenzen, haben besonders große Probleme mit Schwarzwild."

Biber nagt an Nerven


Der Biber unterliegt dem Artenschutz. Ihm dürfe demnach nicht nachgestellt werden, betonte Kathrin Haas von der Umweltbehörde. Ein Bibermanagement soll die Population erhalten und gleichzeitig die Interessen der Landwirte berücksichtigen. Der Landkreis zahlte letztes Jahr 23 000 Euro an Entschädigungen aus. "Alle Schäden melden", appellierte der Landrat an die Landwirte. "Denn nur dann können wir nach oben melden, was Sache ist." Der Fischotter werde zum nächsten Problem, befürchtete ein Sprecher. Die rechtliche Voraussetzung für die Entnahme des Fischotters sei, so der Landrat, "dass seine Population gesichert bleibt". Das sei noch nicht der Fall.
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