Lukas Zilch berichtet aus seinem Leben mit Behinderung
Rückhalt in Verein und Familie

Susanne Feller, die Frau des Oberbürgermeisters, bewundert Lukas Zilch ob seines Lebensmutes. Trotz schwerer körperlicher Behinderung. Bild: rid
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Schwandorf
01.03.2016
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Der 26-jährige Lukas Zilch ist körperlich schwer behindert und auf den Rollstuhl angewiesen. Er leidet unter einer "Cerebralen Parese", verursacht durch Sauerstoffmangel bei der Geburt. Der junge Mann versteckt sich aber nicht in den eigenen vier Wänden, sondern fährt hinaus und mischt sich unter die Leute. Am Freitag sprach vor Mitgliedern der Kolpingfamilie über sein Schicksal - und wie er es meistert.

Die spastische Lähmung ist eine tägliche Herausforderung, die bei der Morgentoilette beginnt und sich den ganzen Tag über fortsetzt. Von der Nahrungsaufnahme über das Sprechen bis zum Problem, das Gleichgewicht zu halten. Die Eltern und Freundin Maria unterstützen ihn und schaffen die Rahmenbedingungen für "ein relativ selbständiges Leben". So empfindet es Lukas zumindest. Er schwimmt gerne und bewältigt dabei auch größere Distanzen. Sein nächstes Ziel: "Ich möchte ein Buch schreiben und über meine Erfahrungen berichten". Lukas Zilch hat eine Schule für Körperbehinderte besucht und einige Jahre in einer Werkstatt für behinderte Menschen gearbeitet. Der Computerfreak fühlte sich dort aber "unterfordert" und wechselte vor drei Jahren den Arbeitsplatz. Im Büro eines Autohauses hat er nun eine berufliche Perspektive gefunden, die ihn glücklich und zufrieden macht.

Blick nach vorn


Viele Operationen an Sehnen, Knochen und Nerven hat der 26-jährige hinter sich. Sein Blick ist aber immer nach vorne gerichtet. Lukas Zilch setzt auf das neue Bundesteilhabegesetz, das ihm noch mehr Selbständigkeit ermöglichen soll. In einem Heim möchte er nicht wohnen. Auch wenn es für Außenstehende so erscheinen mag, Lukas Zilch ist nicht geistig behindert. Im Gegenteil: Er ist hellwach und vielseitig interessiert. Seine Hobbys sind Fotografieren, Schwimmen, Skibob fahren, Reisen und am PC Musik komponieren. Den Computer bediente er bei seinem einstündigen Powerpoint-Vortrag am Freitag selbst. Rückhalt spürt der junge Mann in der Kolpingfamilie und beim Sportclub Ettmannsdorf. Dort fühlt er sich wie zu Hause. Sie geben ihm die Kraft, auch die negativen Erfahrungen wegzustecken, die er regelmäßig machen muss. "Ich werde wegen meiner Behinderung immer wieder verspottet und beschimpft", berichtet Lukas Zilch. Gottseidank aber überwiegen die positiven Erlebnisse.

Positive Einstellung


Zu seinen größten "Fans" gehört Susanne Feller, die Frau des Oberbürgermeisters. Sie kennt Lukas Zilch von klein an und ist mit ihm sogar schon einen Berg hinaufgestiegen. Und sie sagt: "Ich kenne nur wenige Menschen mit so einer positiven Lebenseinstellung".
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