Mit Deutsch auf richtiger Spur
Sprachkurs für Flüchtlinge

320 Unterrichtseinheiten umfasste der Sprachkurs bei Kolping in Schwandorf, der jeden Tag über die Bühne und am Freitag zu Ende ging.
Vermischtes
Schwandorf
20.02.2016
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Deutsche Sprache, schwere Sprache. Besonders, wenn man aus einer ganz anderen Kultur und einem fremden Schriftsystem kommt. Wie jene jungen Syrer, die sich von allen Fallen der Grammatik nicht abhalten lassen, ganz und gar in Schwandorf anzukommen. Geld dafür gab es von einer mächtigen Einrichtung.

Als "Starthilfe" sind Kurse wie jener bei Kolping gedacht, der in den zurückliegenden Wochen stattfand, und Asylsuchenden und Flüchtlingen, die eine hohe Bleibeperspektive aufweisen, eine wichtige Stütze an die Hand geben wollte - sich in der neuen, der deutschen Gesellschaft artikulieren zu können. "Diese Menschen sind ein Potenzial, mit dem wir arbeiten", sagt Joachim Ossmann, der Leiter der Arbeitsagentur Schwandorf. Von seiner Behörde kamen wichtige Mittel, damit der Zündfunke auch den Motor richtig in Gang bringt.

Es sind Menschen aus Syrien, Iran, Irak und Eritrea, die im großen Agenturbezirk Kurse besuchen dürfen. Sie sind Teil des Modellprojekts "Integration durch Arbeit" (IdA), das von der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit gemeinsam mit der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration ins Leben gerufen wurde. "In der Mittleren Oberpfalz gibt es etwa 1000 Teilnehmer", weiß Ossmann. Angeboten werden die Kurse von den Träger der beruflichen Qualifizierung, etwa dem Kolping-Bildungswerk in Schwandorf.

"Kein Cent weniger"


Bei Kolping ist am Freitag ein Sprachkurs zu Ende gegangen, für den es von der Agentur Geld gab. Sprachlehrerin Susanne Welslau-Miletic hielt dafür seit November 320 Unterrichtseinheiten ab; in dieser Zeit wurde der Kreis der Schüler kleiner, was in diesem Fall auch etwas Gutes bedeutet. Denn einige der jungen Syrer hatten eine so gute Vorbildung, dass ihnen nach einiger Zeit ein Deutsch-Lernen an der Universität Regensburg ermöglicht wurde. So schieden sie aus der Schwandorfer Gruppe aus.

"Kurse wie dieser sind sehr wertvoll für uns", versichert Joachim Ossmann. Er begreift sie als eine der Grundlagen für die spätere berufliche Qualifizierung oder als Vorbereitung für eine Berufsausbildung. Denn das Gefühl, angekommen und willkommen zu sein, hängt laut Ossmann ganz entscheidend auch von den beruflichen Perspektiven ab. "Die Menschen, die zu uns kommen, müssen frühzeitig die richtige Unterstützung erhalten, damit sie an der Arbeitsgesellschaft teilhaben und sich somit gesellschaftlich integrieren können." Die bayerische Arbeitsagentur steckt allein im Jahr 2016 zusätzliche Mittel in Höhe von 45 Millionen Euro in Sprachkurse und in spezielle Berufsorientierungs- und Bildungsangebote für Jugendliche und Erwachsene mit Fluchthintergrund. "Die zusätzlichen Mittel, die wir dafür ausgeben, verringern aber nicht das Geld für die Regelmaßnahmen für Arbeitslose, und zwar um keinen Cent."
Diese Menschen sind ein Potenzial, mit dem wir arbeiten.Joachim Ossmann, Leiter der Arbeitsagentur Schwandorf.


Flüchtlinge: ZahlenLaut Pressesprecher Hans Prechtl aus dem Landratsamt gibt es derzeit im Landkreis Schwandorf 1769 Flüchtlinge. Dazu kommen 72 minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge. Das sind 1841 Menschen, also etwa mehr als ein Prozent der Landkreisbevölkerung.

Von den 1841 Ausländern lebt die überwiegende Mehrzahl von 1033 in dezentralen Unterkünften, also etwa Wohnungen. 372 sind in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Und schließlich sind weitere 364 in der Schwandorfer Meillerhalle, die seit kurzem als Erstaufnahmequartier dient. (td)
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