Mit drückenden Sorgen zur Jagd

MdL Alexander Flierl (links) bedankte sich beim jagdpolitischen Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, Eric Beißwenger (rechts), für den Besuch bei der Jägerschaft des Landkreises mit einem Geschenk.
Vermischtes
Schwandorf
27.07.2016
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Vandalismus, Jagdabgabe, Nachsuche-Vereinbarung und Schwarzwild-Bejagung: Beim Fachgespräch mit Politikern brachten die Vertreter der Jägerschaft aktuelle Themen zur Sprache. Der jagdpolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, Eric Beißwenger, und sein Kollege Alexander Flierl nahmen die Anregungen auf.

"Das bayerische Jagdwesen - bewährt und zukunftsfest": Dieses Motto des Fachgesprächs im Schützenheim in Schwandorf-Kronstetten konnten die 50 Teilnehmer uneingeschränkt unterstreichen. Alle Seiten waren sich einig: "Das Bayerische Jagdgesetz will niemand antasten". Es gehe lediglich darum, mit niederschwelligen Verordnungen die Stellschrauben zu verändern. Beispiel "Nachsuche-Vereinbarung": In den Staatsforsten dürfe der Revierinhaber verletztes Wild über die eigenen Grenzen hinaus suchen und verfolgen. In den Privatwäldern dagegen bedürfe es dazu einer Vereinbarung. Die Jäger wünschten sich hier eine einheitliche Regelung und sprachen sich mehrheitlich dafür aus, "dass anerkannte Nachsucher generell die Reviergrenzen überschreiten dürfen".

Der Vorsitzende des Jägervereins St. Hubertus, Hans Vornlocher, beklagte einen zunehmenden Vandalismus in den Revieren: "Im Bereich Nittenau, Wackersdorf, Schwandorf, Schwarzenfeld und Wölsendorf ist es wiederholt zu Übergriffen auf jagdliche Einrichtungen gekommen". Wildkameras und Tarnnetze seien entwendet und Leitersprossen an den Hochsitzen angesägt worden. Der Kreisvorsitzende mahnte ferner eine gerechtere Verteilung der Jagdabgabe an. Jeder der 50 000 bayerischen Jäger müsse jährlich eine Abgabe von 50 Euro bezahlen und habe kein Mitspracherecht bei der Verteilung des Geldes.

Wer eine Druck- oder Erntejagd veranstaltet, muss sich das Einverständnis der Behörde einholen und die Strecke absichern. Die Jäger hätten dabei gerne weniger Verwaltungsaufwand. Der Wald soll weiterhin für die Bevölkerung zugänglich sein. Darin waren sich die Gesprächsteilnehmer einig. Sie appellierten aber an die Jogger und Spaziergänger, auf dem Weg zu bleiben und Hunde anzuleinen.

Der Vorstand der "Bayerischen Staatsforsten", Reinhardt Neft, wünschte sich eine intensivere Zusammenarbeit von Staat und privaten Waldbesitzern bei der Bekämpfung des Schwarzwildes. Der Vizepräsident des "Bayerischen Jagdverbandes", Dr. Günther Baumer, ermunterte die Jäger, ihre Schussfertigkeiten durch ständiges Training zu verbessern. Franz Kustner, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Bauernverbandes, stellte die Bedeutung einer guten Partnerschaft von Jägern und Landwirten heraus.

MdL Eric Beißwenger kündigte eine landeseigene Regelung zum Einsatz von halbautomatischen Waffen an, die gerade bei Mais- und Erntedrückjagden sinnvolle Dienste erwiesen. Die bayerischen Jäger dürfen die halbautomatischen Büchsen bereits am 1. August verwenden.
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