Nach einer Serie von Straftaten gibt es keine Gnade mehr - "Aggressionsdelikt" bringt das Fass ...
Unbelehrbar: Siebenfache Mutter muss in Haft

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Schwandorf
02.08.2016
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Die Frau hat sieben Kinder. Doch darauf konnte die Justiz jetzt keine Rücksicht mehr nehmen. Weil die 40-Jährige permanent Straftaten begeht, muss sie nun über zwei Jahre hinter Gitter. Diesmal ging es um ein Auto, das von ihr und ihrem Lebenspartner demoliert wurde.

Immer dann, wenn ihr Gefängnis droht, weint die Dame bitterlich. Doch was soll die Justiz mit jemandem machen, der schon lange als unbelehrbar gilt? Bei den bisher verhängten acht Vorstrafen ging es zumeist um Diebstähle. Jetzt aber musste sich die Amtsrichterin Petra Froschauer mit einem "Aggressionsdelikt" beschäftigen, bei dem ein Auto mit eisernen Knüppeln regelrecht zu Schrott geschlagen wurde.

Der Übergriff ereignete sich im April letzten Jahres im südlichen Landkreis. Die 40-Jährige und ihr mit auf der Anklagebank sitzender Lebensgefährte sahen, dass eine 23-Jährige auf den Hof ihres Hauses fuhr. Sie hatte das Fahrzeug von dem Lebensgefährten der Frau gekauft und wollte offenbar Ungereimtheiten wegen der Zahlung regeln.

Totalschaden angerichtet


Was dann passierte, war im wahrsten Sinn des Wortes heftig. Plötzlich schloss der 34 Jahre alte Mann das Hoftor und verriegelte es mit einer Kette. Augenblicke später schlugen er und seine Partnerin mit Eisenstangen auf den Pkw, zertrümmerten mit den Knüppeln alle Scheiben, droschen auf die Karosserie ein. Als die 23-Jährige sich dies nicht gefallen lassen wollte, bekam sie von der 40-Jährigen eine Ohrfeige. Die Folgen: Schmerzen im Gesicht und ein Fahrzeug mit Totalschaden.

Der Prozess hatte bereits im Mai begonnen, war aber dann zwecks Ladung etlicher Zeugen abgebrochen worden. Zur Neuauflage der Verhandlung aber brauchte man diese Leute nicht mehr. Beide Angeklagten legten über ihre Verteidiger Dr. Gunther Haberl und Peter Grau ein Geständnis ab. Das geschah nach einem sogenannten Rechtsgespräch mit der Richterin und Staatsanwältin Dr. Isabel Rupprecht. Danach sicherte die Vorsitzende dem Angeklagten eine Geldstrafe und dessen Lebenspartnerin eine Gefängnisstrafe von einer siebenmonatigen Obergrenze zu.

Was geschieht mit Kindern?


Für den Mann fiel das Urteil relativ milde aus. Er muss wegen Sachbeschädigung 1350 Euro an die Staatskasse zahlen. Weitaus härter traf es seine Freundin. Sie bekam sechs Monate ohne Bewährung. Außerdem muss sie aus Vorahndungen weitere 20 Monate absitzen. Bedeutet: Zwei Jahre und zwei Monate in einer Frauenhaftanstalt.

Die 40-Jährige hat sieben Kinder. Fünf davon leben bei früheren Partnern. Zwei allerdings sind bei ihr und ihrem jetzigen Freund, der auch Vater der beiden ist. Ob er sich während der Haftzeit seiner Gefährtin um den Nachwuchs kümmert oder ob die zwei Kleinen während des Gefängnisaufenthalts ihrer Mutter mit in die Haftanstalt "dürfen", muss nun erst noch geklärt werden. "Es konnte keinesfalls mehr Bewährung geben", sagte Richterin Froschauer in ihrer Urteilsbegründung.
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