Nach Faustschlägen vor Gericht
Freund knockt Kumpel aus

Vermischtes
Schwandorf
07.07.2016
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Er schlug seinen besten Freund ohne Grund bewusstlos. "Nur eine Ohrfeige", behauptete der Täter. Doch das erwies sich vor Gericht als Tiefstapelei. Deswegen muss nun der Angeklagte tief in die Tasche greifen.

Schlägereien in und vor Diskotheken gehören quasi zur Tagesordnung, wenn die Schwandorfer Amtsrichterin Petra Froschauer ihren Terminplan schreibt. Seltsamerweise finden diese gewaltsamen Übergriffe meist im südlichen Landkreis statt. So war es auch diesmal. Doch der Fall lag außerhalb der sonst üblichen Fälle.

Zwei junge Paare, eng miteinander befreundet, hatten im November etwas unternommen, das der Volksmund "um die Häuser ziehen" nennt. Sie besuchten diverse Lokale und gelangten schließlich in eine Diskothek. Kurz vor 5 Uhr morgens wollte einer aus der Runde heimgehen. Doch seine Freundin sträubte sich. Also trug der 23-Jährige die junge Frau kurzerhand hinaus, stellte sie dort auf den Boden und musste zusehen, wie die ebenfalls 23-Jährige schmollend wieder in die Diskothek zurückkehrte.

Der Mann zürnte. Er ging zunächst 200 Meter weg, kam erneut und legte sich mit dem Türsteher an. Dann fand er eine weitere Zielscheibe für seine Aggression. Zwischenzeitlich war sein bester Freund hinaus ins Freie gekommen und redete beschwichtigend auf den schwer Angetrunkenen ein. Das hätte der 20-Jährige besser unterlassen. Denn plötzlich ging er zu Boden, wurde mit Fäusten traktiert und fiel in Bewusstlosigkeit.

Sanitäter brachten ihn nicht lange danach ins Burglengenfelder Krankenhaus, wo er bis zum anderen Tag bleiben musste. "Ich habe ihm nur eine Ohrfeige mit der flachen Hand gegeben", behauptete der Angeklagte jetzt vor Richterin Petra Froschauer. Die aber widersprach ihm vehement, als sie den Geschlagenen vernommen hatte. "Von einem Freund hatte ich das nicht erwartet", hörte die Vorsitzende von ihm und erfuhr, dass es vor dem Lokal zu einem regelrechten Knockout gekommen war. "Ich war selbst mal Boxer", schilderte das Opfer und ergänzte, dass es da einen Moment gegeben habe, von dem ab keine Erinnerung mehr vorhanden sei.

Die jungen Leute sind noch immer befreundet. Allerdings gibt es Schwellen seit den Hieben, die sich nur schwer überbrücken lassen. Die Treffen wurden folglich seltener. Streifzüge durch die Lokale wird der als rüder Schläger identifizierte 23-Jährige auch nicht mehr so häufig machen können. "Faustschläge kosten bei uns 100 Tagessätze Geldstrafe", machte ihm die Richterin klar und riet dem Mann, seinen Einspruch gegen einen Strafbefehl zurückzuziehen. Er tat es. Damit wurde die Buße rechtskräftig. Sie macht genau 4000 Euro aus.
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