Nein zu Gewalt an FRauen
Tabu-Thema im Blickfeld

Vermischtes
Schwandorf
28.11.2016
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Der 25. November ist seit 1990 international anerkannter Gedenktag der UNO zum Thema "Nein zu Gewalt an Frauen". Am Freitag waren in der Spitalkirche Auszüge aus Büchern zu hören, die sich mit diesem Thema beschäftigen und sensibilisieren sollen.

"Schwandorf liest gegen Gewalt an Frauen, Kinder und Mädchen" lautete das Motto der von der Schwandorfer Gleichstellungsbeauftragten Helga Forster organisierten und von 25 Kooperationspartnern unterstützten Leseveranstaltung. Sie rückte ein Tabu-Thema ins Blickfeld.

Viele Facetten


Nach den Grußworten von Oberbürgermeister Andreas Feller erinnerte der stellvertretende Landrat Arnold Kimmerl die Besucher daran, "dass Gewalt gegen Frauen weltweit zu den häufigsten Menschenrechtsverletzungen gehört". Dabei sei der Bogen weit gespannt - von der häuslichen Gewalt bis hin zu Zwangsprostitution und Verstümmelung.

Aktuelle Zahlen aus dem Bundesministerium für Familien lieferte die Gleichstellungsbeauftragte Helga Forster. Im Jahr 2015 wurden durch ihre Partner oder Ex-Partner insgesamt 127 000 Personen Opfer von Tötungsdelikten, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Bedrohung oder Stalking; davon 82 Prozent Frauen. Fast die Hälfte der Opfer lebte zum Tatzeitpunkt mit dem Täter in einem Haushalt. Ein Blick in die Polizeistatistik der Oberpfalz bestätigt, dass 2015 im Landkreis Schwandorf 169 Fälle von häuslicher Gewalt angezeigt wurden. In Wirklichkeit sei von weit höheren Zahlen auszugehen, glaubt Forster.

Die von neun Lektoren vorgetragenen Auszüge und Zitate aus der Kinder,- Jugend und Erwachsenenliteratur zum Thema "Nein heißt Nein" stammten aus den Büchern "Das kummervolle Kuscheltier" von Katrin Lauer, "Prinzessin Pfiffigunde" von Babette Cole, "Die Faust des Märchenprinzen" von Lara Andriessen und "Das Herz an zwei Orten" von Anita Hartmann. Für die musikalische Umrahmung sorgte Camilla Schneider an der Harfe.

Die OrganisatorenDie Gleichstellungsstelle des Landkreises kooperierte mit folgenden Institutionen: Arbeitskreis gegen sexuellen Missbrauch; Amnesty International; Amtsgericht Schwandorf; Arbeitsagentur; Bündnis 90/Die Grünen; CSU; DGB; Diakonisches Werk; Ehe-, Familien- Lebensberatung; Erziehungsberatung; Evangelische Gemeinde; Frauenhaus; Freie Wähler; kda Regensburg; Kolping Bildungswerk; Lernende Region; Landratsamt und Gesundheitsamt/Staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen/Koki; ÖDP; Polizeipräsidium Oberpfalz; SPD; Türkisch-Islamische Gemeinde Schwandorf; VHS Schwandorf und VHS im Städtedreieck.
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