Oberbürgermeister Andreas Feller ruft zu Toleranz und Courage auf
Stadt gedenkt der Bombenopfer

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Schwandorf
16.04.2016
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Der Luftangriff auf Schwandorf jährt sich am Sonntag zum 71. Mal. Am Ehrenmal in der Fichtlanlage wird am Samstag um 17 Uhr der Opfer gedacht. OB Andreas Feller erklärte im Vorfeld: "Ich danke allen, die an der Gedenkfeier teilnehmen, um die Erinnerung an das wohl schwerste Kapitel in der Geschichte unserer Stadt zu bewahren."

71 Jahre seien vergangen, seit der nächtliche Bombenangriff britischer und kanadischer Fliegerverbände die Schwandorfer Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt und der Stadt große Opfer abverlangt habe. In nur 15 Minuten sind 1250 Menschenleben ausgelöscht worden, es gab unzählige Verletzte, und die halbe Stadt lag in Schutt und Asche. "Für die Überlebenden brachte der gnadenlose und unverständliche Bombenangriff in den letzten Kriegstagen viel Trauer und Schmerz", so der OB.

"Unfassbare Katastrophe"


"Wenn wir heute durch unsere Stadt gehen und uns die Zerstörung Schwandorfs vor Augen halten, dann ist es fast unvorstellbar, was aus den Trümmern unserer Stadt wieder entstanden ist." Feller sprach den Bürgern Dank und Respekt aus, die trotz der "unfassbaren Katastrophe" nicht verzagten und in einer gemeinsamen Leistung den Wiederaufbau bewältigt. Der 17. April 1945 sei ein Tag, der für immer im Gedächtnis bleiben müsse. "Denn nur, wenn wir uns mit der Geschichte, dem Vergangenen, auseinandersetzen, sind wir in der Lage unsere Gegenwart und unsere Zukunft friedvoll zu gestalten."

Der Oberbürgermeister bedauerte, dass die Menschheit aus den schrecklichen Auswirkungen der Weltkriege nichts gelernt habe. Dabei denkt er an die "unmenschlichen Bombenattentate", die in Paris und Brüssel vielen Unschuldigen das Leben gekostet haben. "Doch wir dürfen uns von den tragischen Ereignissen nicht verängstigen und verunsichern lassen. Wir dürfen nicht zulassen, dass die freiheitliche demokratische Ordnung und unser friedliches Miteinander in einem vereinten Europa in Gefahr geraten." Jeder einzelne sei immer wieder aufs Neue gefordert, sich gegen religiöse und rassistische Feindseligkeiten, Intoleranz und Diskriminierung zu stellen. "Wir dürfen nicht wegschauen, wenn Menschen ungerecht behandelt werden und müssen helfen, wann und wo immer wir helfen können."

Für friedliche Zukunft


Für Gewalt und Terror gebe es keine Entschuldigung - deshalb müsse man entschlossen, mutig und couragiert für eine bessere und friedlichere Zukunft eintreten. Eine Zukunft in der alle Menschen, egal welcher Herkunft, welchen Glaubens oder welcher Hautfarbe in gegenseitigem Respekt zusammenleben. Feller appellierte an die Schwandorfer, an der Gedenkfeier teilzunehmen. Im Anschluss ist eine Eucharistiefeier im Kreuzbergmünster. (Hintergrund )
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