Ostbayernrunde tagt
Erdverkabelung als Ziel

Die Mitglieder der Ostbayernrunde informieren sich beim Präsidenten der Bundesnetzagentur Jochen Homann (Vierter von rechts, rechts daneben der Vorsitzende der Ostbayernrunde, Karl Holmeier) und Vertretern der TenneT TSO GmbH über den Planungsstand der Gleichstrompassage Süd-Ost und des Ostbayernringes. Bild: hfz
Vermischtes
Schwandorf
02.04.2016
33
0

Die Mitglieder der Ostbayernrunde haben sich beim Präsidenten der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, und Vertretern der TenneT TSO GmbH aus erster Hand über den Planungsstand der Gleichstromtrasse Süd-Ost-Passage des Ostbayernringes erkundigt.

Berlin/Schwandorf. Karl Holmeier, der Sprecher der CSU-Landesgruppe für Wirtschaft und Energie, Verkehr und digitale Infrastruktur, Bildung und Forschung, Tourismus, rekapitulierte: "Der Ausstieg aus der friedlichen Nutzung der Kernenergie und der starke Ausbau der Erneuerbaren Energien führen dazu, dass Strom vermehrt dezentral und damit fernab der Verbrauchsstellen erzeugt wird."

Die notwendigen Maßnahmen zur Realisierung des Strom-Mix' der Zukunft habe der Deutsche Bundestag im Herbst des vergangenen Jahres nach dem Energiegipfel mit dem Gesetz zur Änderung von Bestimmungen des Rechts des Energieleitungsbaus (EnLAG) beschlossen.

Noch nicht zufrieden


Mit dem Ergebnis konnten die Mitglieder der Ostbayernrunde, der Freistaat Bayern und die betroffenen Menschen vor Ort nicht zufrieden sein. Keines der zuletzt angemeldeten Pilotprojekte zur Erdverkabelung einer Wechselstromleitung wurde im Gesetzgebungsverfahren berücksichtigt. Nach Karl Holmeier spreche es für sich, dass von bundesweit 13 Projekten für die Erprobung der Verlegung des Kabels für Wechselstrom kein einziges im Süden Deutschlands liege. Ein Großteil der Pilotprojekte liegen in Wahlkreisen von SPD-Kollegen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Der zuständige SPD-Bundesminister Sigmar Gabriel hat zudem ein Projekt aus seinem Wahlkreis in die Projekt-Liste des neuen EnLAG aufgenommen.

"Für uns Bayern gilt es daher nach wie vor, nach Wegen zu suchen, um bei den abgelehnten Wechselstrom-Projekten zumindest eine teilweise Erdverkabelung zu realisieren", versicherte Holmeier. Ein erster Schritt war ein entsprechender Antrag des Freistaates Bayern im Bundesrat, der mehrheitlich angenommen worden ist. Ein weiterer Schritt folgte mit dem jüngst vorgestellten Landesentwicklungsplan der Bayerischen Staatsregierung, wonach die Möglichkeiten der Erdverkabelung erweitert werden sollen. Für Holmeier und die Mitglieder der Ostbayernrunde ist es von zentraler Bedeutung, "dass beim Umstieg zu einer umweltschonenden, bezahlbaren und sichereren Energieversorgung vor allem die Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern im Auge behalten werden muss." Es sei daher richtig und wichtig, dass verstärkt auf die Information der Menschen gesetzt werde. "Wir werden die Energiewende nur mit den Bürgerinnen und Bürgern schaffen."

Gleiche Intention hat die TenneT TSO GmbH, wie der Leiter der Konzernrepräsentanz, Paul-Georg Garmer, bekräftigt: "Wir setzen bei der Süd-Ost-Verbindung auf Erdkabel und frühzeitige Bürgerbeteiligung. Diese hat gerade in Ostbayern Tradition und diese wollen wir fortsetzen. Aktuell erarbeiten wir ein Dialogkonzept, das zur neuen Planungsmethode für den Erdkabelkorridor passt. Dabei ist es uns wichtig, alle Schritte eng mit der bayerischen Staatsregierung und der Task Force Netzausbau abzustimmen."

Appell der Ostbayernrunde


Die Mitglieder der Ostbayernrunde haben abschließend an den Präsidenten der Bundesnetzagentur und die Vertreter der Firma TenneT appelliert, die Gespräche mit den von Freileitungen und Erdkabeln betroffenen Bauern und Grundstückseigentümern hinsichtlich der Entschädigungszahlungen in aller Vernunft zu führen und auf deren Befindlichkeiten einzugehen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.