Patienten-Forum im Krankenhaus St. Barbara
Schlaganfall: Jede Minute zählt

Dr. Carmen Großmann, Dr. Elisabeth Bösl und Dr. Monika Pilz (von links) referierten im überfüllten Festsaal. Bild: hfz/Claudia Seitz
Vermischtes
Schwandorf
06.06.2016
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Rund 270 000 Deutsche erleiden jedes Jahr laut der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe einen Schlaganfall. Fast eine Million Patienten kämpfen mit den Folgen. Der "Schlag" stellt hierzulande nach Krebs- und Herzerkrankungen die dritthäufigste Todesursache dar. Dr. Elisabeth Bösl, Chefärztin Kardiologie und Pneumologie an St. Barbara, warnt: Bei einem Schlaganfall nie zögern, denn: "Zeit ist Hirn". Je schneller der Betroffene behandelt wird, desto eher kann der Hirnbereich wieder mit Blut versorgt werden. "Herz und Hirn" lautete der Titel des Patientenforums, zu dem Dr. Bösl am Donnerstag eingeladen hatte.

Die Leitende Oberärztin Dr. Monika Pilz verwies darauf, dass Mediziner zwischen dem Hirninfarkt, der Hirnblutung und der Aneurysmablutung unterscheiden. Der durch eine Verstopfung von Hirngefäßen ausgelöste Hirninfarkt ist die am häufigsten. Deutlich seltener kommt es zu einer Hirnblutung. Sie geht oft mit Bluthochdruck einher. Häufiger kommt es noch zu Gefäßerweiterungen (Aneurysmen), die platzen können und sich mit sehr starken Kopfschmerzen, Übelkeit und einem steifen Nacken bemerkbar machen.

Tritt plötzlich eine Asymmetrie im Gesicht auf, ein taubes oder pelziges Gefühl in Armen, Beinen oder einer ganzen Körperseite, gibt es Probleme beim Sprechen oder eine akut eintretenden Sehschwäche, dann ist höchste Vorsicht geboten.

Diese Symptome gelten als Warnzeichen für einen Schlaganfall. Da nur in den ersten Stunden eine Therapie möglich ist, muss der Patient umgehend ins Krankenhaus. Dort wird, erklärte Dr. Carmen Großmann, Leitende Oberärztin für Neurologie am Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg, festgestellt, welcher Schaden im Gehirn entstanden ist und ob eine Gerinnsel auflösende Lyse-Therapie notwendig ist. Besonders gefährdet sind laut Chefärztin Dr. Elisabeth Bösl Menschen, die unter "Vorhofflimmern" leiden. Dabei kann das Herz nicht mehr ungestört pumpen, es können sich Gerinnsel bilden und ins Hirn wandern. Aus diesem Grund muss ein Gerinnsel entweder mit einer speziellen Form der Blutverdünnung vermieden oder das "Vorhof-Ohr" verschlossen werden.
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