Pflanzversuch
Süße Knolle aus Prissath

Vermischtes
Schwandorf
17.10.2016
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Es war beileibe kein Feldversuch, nur ein paar Pflanzen hat Nebenerwerbslandwirt Franz Ziegler in den Garten gesetzt. Mit dem Ergebnis ist er zufrieden, auch wenn es an Vergleichen mangelt. Selbst Kartoffel-Experte Josef Irlbacher ist neugierig, was der Prissather aus dem Boden holt.

Es sind schöne, rotschalige Süßkartoffeln, in einer Form jedoch, die sich von der herkömmlichen Kartoffel unterscheidet. Viel haben die beiden Gemüsesorten sowieso nicht gemein. Der Anstoß es mal mit Süßkartoffeln zu probieren, kam vom Kartoffelverarbeiter Burgis. Nach Angaben von Irlbacher, stellvertretender Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes und Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Stulln, die an Burgis liefert, ist Ziegler im Schwandorfer Stadtteil Prissath der einzige im Landkreis, der es mit der Süßkartoffel probiert hat. Im Landkreis Neumarkt gibt es einige weitere. Die Pflanzen kommen aus England. Ziegler erhielt sie für seinen Kleinstanbau kostenlos. Mit Null Erfahrung in dieser Hinsicht ließ Ziegler die Pflanzen wachsen. "Gegossen habe ich schon", sagt er. Irlbacher war vor allem skeptisch wegen des Klimas, stammt die Süßkartoffel ursprünglich aus südlichen Gefilden. "Am Anfang haben sie lange gebraucht", gibt ihm Ziegler recht. Er habe befürchtet, "dass nichts dran ist", dann hätten sie aber angezogen.

Dran ist auf jeden Fall etwa. Es gab schon Süßkartoffelsuppe im Hause Ziegler. Die nächsten werden zu Kartoffelpüree verarbeitet und eine Arbeitskollegon von Franz Ziegler hat auch schon Begehr angemeldet. Den Ertrag vermögen weder Ziegler noch Irlbacher zu bewerten. Die Erfahrung fehlt und noch viel mehr, etwa auf und in welchem Boden die Pflanze am besten gedeiht oder welchen Dünger sie braucht. "Krautfäule bekommt sie nicht", hat der Prissather bemerkt. "Ich bin offen", gibt Franz Ziegler zu. Er wäre nicht abgeneigt, es mit der Süßkartoffel weiter zu probieren. Gerne würde er mehr auf einem Feld anbauen. Aber er muss mehr darüber wissen. Müssen sie händisch gepflanzt und wie gerodet werden? "100 Quadratmeter kann man schon mal aufklauben." Zudem hat er noch keine Ahnung,, wie viel die Pflanzen im Einkauf kosten. Irlbacher gibt ihm den Tipp, im Frühjahr eine, wie bei den üblichen Kartoffeln, zu setzen. Irlbacher geht davon aus, dass die Süßkartoffeln "eher eine Spezialität bleiben und nicht im großen Stil angebaut werden."

Die SüßkartoffelSüßkartoffeln gelten als Modegemüse. Der Portugiese schätzt sie zu Tintenfisch. Restaurantketten hierzulande bieten sie als Pommes an. Sie können aber auch zu Suppen oder Püree verarbeitet oder in exotischen Aufläufen verwendet werden. Das Gemüse lässt sich auch grillen. Süßkartoffeln stammen aus Südamerika. Sie werden auch Batate oder Batate dolce genannt, dabei sind sie eigentlich keine Kartoffeln. Mit den Knollen, die in der Erde wachsen, haben sich die Gemeinsamkeiten mit den altbekannten Erdäpfeln nahezu erschöpft. Süßkartoffeln gehören zu den Windengewächsen. Ihr Anbau liegt bei Wurzel- und Knollengemüse hinter Kartoffel und Maniok weltweit auf Platz drei. In den tropischen Ursprungsländern werden auch die Blätter zu spinat-ähnlichen Gerichten zubereitet. Die Jahresernte beträgt etwa 120 Millionen Tonnen. Größter Produzent ist China. Die in Deutschland angebotenen Süßkartoffeln stammen meist aus den USA oder Israel. Größere Anbauflächen in Europa gibt es in Spanien und Portugal. (ihl)
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