Pilgerreise der Mädchenrealschule
Hasen für den Kardinal im Vatikan

Dem Messdiener trägt Josef Vitzthum als erstes rote Farbe für den Ministrantenrock auf. Bilder: Held (2)
Vermischtes
Schwandorf
15.09.2016
315
0

Ginge es nach dem Kardinal und dem Schweizergardisten, könnte es sofort los gehen. Nur der Ministrant ist noch nicht fertig, ihn muss Josef Vitzthum noch "ankleiden". Schließlich will auch er schön sein, wenn die Drei sich im Vatikan blicken lassen.

Die Sitzhasen aus Holz sind ein Geschenk für Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller, dem Präfekt für Glaubensfragen in Rom. Auf die Idee dieses ausgefallenen Präsentes kam die Direktorin der Mädchenrealschule St. Josef, Marlies Hoffmann, als sie im März im NT einen Beitrag über Josef Vitzthums Hasenparade und dessen Philosophie zu diesem Fabelwesen las.

Nicht nur Hoffmann meldete sich bei Hasenschöpfer Vitzthum, sondern auch andere Leser, aber: "Meine Hasen sind unverkäuflich." Zwei, den Kardinal und den Schweizergardisten, gab Hoffmann in Auftrag. Nun bekommt sie noch einen Ministranten dazu. Da die Hasen, wie erwähnt unverkäuflich sind, gibt's alle Drei als Spende. Der Schwandorfer empfindet es als Ehre für den Vatikan zu arbeiten und will damit "ein gutes Werk tun". Er formuliert aber einen Wunsch. "Ein Bild von der Übergabe möchte ich aber schon haben."

Einen Tag Arbeit kostet ihn einer, der stets freundlich in die Welt blickenden Hasen im Schnitt. "Die meiste Zeit nimmt das Bemalen in Anspruch." Vitzthum nimmt umweltfreundliche Farben, die schnell trocknen, "damit ich zügig weiter arbeiten kann". Konturen erhalten als erstes Farbe, beim Kardinal ist es das Rot, danach trägt er das Schwarz auf. Knöpfe oder Orden beim Schweizergardisten kommen zum Schluss. Die ausgefrästen Konturen werden oft noch schwarz-grau unterlegt, damit der Sitzhase "plastischer wirkt. Das ergibt dann die Lebendigkeit."

Der Grund für Hoffmanns Geschenk an den nicht immer unumstrittenen früheren Bischof von Regensburg, Gerhard Ludwig Müller, ist Dankbarkeit. Als Diözesanbischof gerade erst im Amt hat er die von der Schließung bedrohte Ordensschule der Dominikanerinnen gerettet und 2003 deshalb eine Schulstiftung gegründet.

JubiläumDie Mädchenrealschule St. Josef in Schwandorf wird heuer 100 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum bricht fast die ganze Schule am Sonntag, 18. September, in sechs Bussen nach Rom auf. Dekan Hans Amann und Domkapitular Prälat Johann Neumüller erteilen der Gruppe, voraussichtlich auf dem Parkplatz des Landratsamtes, den Reisesegen. Höhepunkte der bis 23. September dauernden Pilgerreise sind eine Papstaudienz und ein Gottesdienst mit Gerhard Kardinal Müller. Der Festakt zur 100-Jahr-Feier folgt dann am 15. Oktober. (ihl)


Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.