Prozess gegen 48-Jährigen wegen Mordes an Ehefrau
Vor dem Schwurgericht nach tödlichen Messerstichen

Am frühen Abend des 30. März hat der 48-Jährige nach einem Streit seine 31-jährige Ehefrau erstochen. Am nächsten Morgen sind Ermittler der Kripo zur Spurensicherung am Tatort. Foto: Wolfgang Steinbacher
Vermischtes
Schwandorf
25.11.2016
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Amberg/Wernberg-Köblitz. Vor dem Schwurgericht beim Landgericht Amberg beginnt am Donnerstag, 1. Dezember, der zunächst auf vier Verhandlungstage angesetzte Prozess gegen einen 48-Jährigen aus Wernberg-Köblitz. Er steht in dem dringenden Verdacht, am 20. März dieses Jahres seine aus Thailand stammende Ehefrau mit mehreren Messerstichen getötet zu haben.

Das Verfahren, von Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier als Mordanklage dem Schwurgericht zugeleitet, könnte juristisch sehr interessant werden. Denn das Schwurgericht soll unterdessen in einem sogenannten Eröffnungsbeschluss den Hinweis gegeben haben, dass die Tat rechtlich womöglich auch als Verbrechen des Totschlags eingestuft werden könnte.

Der gewaltsame Übergriff geschah am frühen Abend des 20. März in einem kleinen Dachraum des von dem Ehepaar, seinen Kindern und weiteren Verwandten bewohnten Hauses (wir berichteten). In der Anklage steht sinngemäß, dass die 31 Jahre alte Frau offenbar plante, mit ihren beiden Kindern nach Thailand zu gehen und ihren Mann zu verlassen. Gegen 18 Uhr an diesem Tag gab es offenbar erneut Auseinandersetzungen zwischen dem Paar.

Selber Polizei geholt


Als die Frau hinauf ins Dachgeschoss stieg, um dort allem Anschein nach Koffer für den Auszug zu holen, folgte ihr der 17 Jahre ältere Ehemann, nahm ein Keramikmesser mit und stach nach einem Wortwechsel in dem kleinen Raum mehrfach zu. So besagt es die Anklage. Die Thailänderin wurde lebensgefährlich verletzt und starb, als Rettungskräfte eintrafen und zu Hilfsmaßnahmen ansetzten. Ob eines ihrer Kinder die Bluttat beobachtete, wird im Prozess erörtert werden müssen.

Der mutmaßliche Täter hatte nach seiner Attacke die Behörden verständigt. Er wurde von Nabburger Polizeibeamten festgenommen und am anderen Tag in U-Haft gebracht. Dort sitzt er seither und wird nun zur Verhandlung vorgeführt. An seiner Seite ist dann der Amberger Anwalt Michael Schüll als Verteidiger. Oberstaatsanwalt Strohmeier, seinerzeit selbst am Tatort die Nachforschungen leitend, hat von dem schmalen Dachraum einen Film im dreidimensionalen Verfahren anfertigen lassen. Er liegt dem Schwurgericht als Beweismittel vor. Damit soll offenbar vor Augen geführt werden, dass das vom mutmaßlichen Täter bedrängte Opfer keine Chance zur Flucht besaß.

Ähnlicher Fall


Einen ähnlichen Vorfall hatte es vor vielen Jahren schon einmal im Kreis Schwandorf gegeben. In einem Weiler bei Neukirchen-Balbini brachte damals ein Mann seine ebenfalls aus Thailand stammende, wesentlich jüngere Ehefrau mit einem Messer um.

Alle Artikel zur Bluttat in Wernberg finden Sie unter www.onetz.de/themen/bluttat-in-wernberg.html
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