Schulamt baut Krisenintervention auf

Polizeihauptkommissar Joseph Decker, Diplom-Psychologin Susanne Högerl-Woog, Landrat Thomas Ebeling, Landeskoordinator Hanns Rammrath und Schulamtsdirektor Georg Kick (von links) wollen im Landkreis ein Netzwerk zur Krisenintervention an Schulen aufbauen. Bild: rid
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Schwandorf
18.12.2015
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Ein Unfall mit Toten und Verletzten, Selbstmord, Gewaltdrohungen oder gar Amoklauf: Immer wieder kommt es an den Schulen zu einschneidenden Ereignissen. "Sie müssen darauf angemessen reagieren ", mahnt Hanns Rammrath die Schulleiter, Sozialarbeiter und Psychologen. Der Leiter der Schulberatungsstelle für die Oberpfalz leistet dabei Hilfestellung.

Das Kultusministerium rief vor zwei Jahren ein "Kriseninterventions- und Bewältigungsteam bayerischer Schulpsychologen" (KIBBS) ins Leben und setzte Landes- und Regionalkoordinatoren ein. Was jetzt noch fehlt, sind Netzwerke auf Landkreisebene. Die Veranstaltung mit Rektoren, Schulpsychologen, Sozialarbeitern, Polizeibeamten, Notfallseelsorgern, Rettungskräften und Vertretern von Beratungseinrichtungen, die am Donnerstag im ZMS-Gebäude in Schwandorf stattfand, bildete den Auftakt. Schulamtsleiter Georg Kick kündigte weitere Treffen der Netzwerkpartner an.

Diplom-Psychologin Susanne Högerl-Woog sieht bei der Prävention vor allem den Schulleiter in der Verantwortung. Er sollte regelmäßig eine Risikoanalyse erstellen und Lehrer und Schüler für mögliches Gefahrenpotenzial sensibilisieren. Sei "ein Ereignis von großem Ausmaß" eingetreten, stehe das neu gebildete Kriseninterventionsteam des Ministeriums Schülern und Eltern zur Seite.

Und natürlich die Polizei. Joseph Decker, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Schwandorf, bot den Schul- und Behördenvertretern bereits im Vorfeld Hilfe an. Durch Vorträge und Aufklärung. Bei strafbaren Handlungen müsse die Polizei dann zwangsläufig ermitteln und eingreifen.

Studiendirektor Hanns Rammrath ist einer der beiden Landeskoordinatoren, die bayernweit 94 KIBBS-Mitarbeiter betreuen, zehn davon in der Oberpfalz. Es handelt sich um Schulpsychologen mit zusätzlicher Ausbildung in der "Krisenintervention". Nach Cham und Amberg-Sulzbach sei Schwandorf der dritte Landkreis in der Oberpfalz, der mit dem Aufbau eines Netzwerkes beginne. Hanns Rammrath mahnt die Erzieher: "Behalten Sie verhaltensauffällige Schüler im Auge!" Regelmäßiges Deeskalationstraining könne zur Beruhigung dieser Jugendlichen beitragen.

Landrat Thomas Ebeling und Oberbürgermeister Andreas Feller unterstrichen mit ihrer Teilnahme an der Auftaktveranstaltung die Bedeutung, die sie dem Thema beimessen.
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