Schulen erhalten Preise für Präventionsarbeit
Sucht frühzeitig bekämpfen

Vertreter des Burglengenfelder Gymnasiums und der FOS/BOS Schwandorf nahmen die symbolischen Schecks entgegen, die ihnen Josef Mickisch (Fünfter von links) vom Gesundheitsamt und Dr. Karl Sauer (Vierter von rechts), Vorstand der Stiftung, überreichten. Landrat Thomas Ebeling (Zweiter von rechts) gratulierte. Bilder: doz (2)
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Schwandorf
22.09.2016
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Das Dilemma mit der Sucht fasste Josef Mickisch vom Gesundheitsamt Schwandorf in einem Satz zusammen. "Der Kick kommt relativ rasch, der Katzenjammer erst später." Prävention ist daher enorm wichtig. Zwei Schulen erhielten nun eine Auszeichnung.

Heuer riefen der Oberpfälzer Suchtarbeitskreis und die Sieglinde-Nothacker-Stiftung zum zweiten Mal einen Wettbewerb aus, bei dem sie Konzepte und Strategien guter Suchtprävention an Schulen prämierten. Vergangenes Jahr hatten sich 13 Schulen aus dem Landkreis beworben, heuer waren es acht. Die Jury, die im Bezirkskrankenhaus Wöllershof zusammengekommen war, hatte es schwer bei der Entscheidungsfindung. Mickisch erklärte: "Alle Schulen machen eigentlich Suchtprävention - so weit ich weiß auch gute." Dennoch überzeugten vor allem das Burglengenfelder Johann-Michael-Fischer-Gymnasium und die FOS/BOS Schwandorf.

Das Gymnasium setzt laut Lehrerin Katharina Eisenhart-Rothe darauf, alle Schüler anzusprechen. Für die Sechst- bis Achtklässler gibt es eine Veranstaltung mit der Regensburger Beratungsstelle "Waagnis", die sich mit Magersucht beschäftigt. Die Schule arbeitet mit der "DrugStop"-Drogenhilfe zusammen. Beim Projekt Limit gibt es eine Theateraufführung zum Thema Komasaufen. "Für jede Klasse gibt es einen Baustein", erklärte Eisenhart-Rothe bei der Preisverleihung am Mittwochvormittag im Landratsamt. Die 1000 Euro, die das Gymnasium für den ersten Preis erhält, fließt in die Suchtprävention.

"Drogengefährdeter Raum"


Den zweiten Platz sicherte sich die FOS und BOS Schwandorf. Obwohl die Jugendlichen meist nur zwei Jahre an der Schule sind, liegt ein großen Augenmerk auf der Suchtprävention. Dr. Michael Völkl, stellvertretender Schulleiter, sagte bei der Ehrung: "Wir sind, weil in der Grenzregion Ostbayern, ein drogengefährdeter Raum. Deshalb ist es wichtig, täglich Suchtprävention einzubetten." Auch die FOS/BOS arbeitet mit "DrugStop" zusammen. Mit einer Partnerschule in England gibt es jährlich einen Austausch, bei der die Sucht thematisiert wird. Außerdem gibt es Lehrer-Fortbildungen. Von der Stiftung gab es für dieses Engagement 750 Euro. Das Geld wird an die Schüler weitergeben, denen es für einen kreativen oder erlebnispädagogischen Tag zur Verfügung steht.

Wettbewerb auch 2017


Insgesamt lobten die Initiatoren oberpfalzweit 14 000 Euro für den Wettbewerb aus. Laut Mickisch legten die Verantwortlichen bei ihrer Entscheidung den Fokus unter anderem auf die Nachhaltigkeit und die Einbeziehung von Schülern und Eltern. Der Wettbewerb soll auch nächstes Jahr wieder über die Bühne gehen. Auch Landrat Thomas Ebeling fand lobende Worte: "Es ist ein wichtiger Baustein, dass die Arbeit honoriert wird." Die Ehrung soll aber auch dafür beispielgebend sein, dass man immer ein bisschen mehr machen könne. "Dazu wollen wir animieren."

Der Kick kommt relativ rasch, der Katzenjammer erst später.Josef Mickisch vom Gesundheitsamt Schwandorf
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