Schwandorfer Günther Pirnke Kapitän auf der See-Eye
Lebensretter auf hoher See

Die "Sea-Eye", ein umgerüsteter, 60 Jahre alter Fischkutter, ist gerade im Mittelmeer unterwegs. Die Besatzung hilft Flüchtlingen, die zu ertrinken drohen. Bild: hfz
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Schwandorf
13.07.2016
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Die "Sea-Eye" stach am Sonntag wieder in See. Für die neunköpfige Crew ist es eine Mission der Menschlichkeit. Sie will bei ihrem rund zweiwöchigen Einsatz Leben retten. Kapitän ist der Schwandorfer Günther Pirnke (63).

Der pensionierte Polizeibeamte startete mit acht weiteren Freiwilligen von Valletta, der Hauptstadt Maltas, Richtung libysche Küste. Ziel der Helfer ist es, Flüchtlinge vor dem Ertrinken zu retten. Bei der "Sea-Eye" handelt es sich um einen 26,5 Meter langen und 60 Jahre alten Fischkutter, der bis 2014 auf den Weltmeeren unterwegs war, bevor er umgerüstet wurde.

Initiator der Mission ist der Regensburger Unternehmer Michael Buschheuer. Sein Onkel Hans-Peter Buschheuer, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, sagt über die Beweggründe, das Projekt ins Leben zu rufen: "Das Massensterben im Mittelmeer hat im vergangenen Jahr immer größere Ausmaße angenommen. Mein Neffe Michael - ein begeisterter Segler - konnte den Gegensatz nicht mehr ertragen: Urlaub im Mittelmeer, während ein paar Hundert Kilometer entfernt im gleichen Meer Menschen ertrinken, weil unsere Regierungen tatenlos zusehen." So entstand die Idee.

Pirnke, der verheiratet ist und eine Tochter sowie zwei Enkel hat, ist nicht ohne Grund zum Kapitän ernannt werden. Der Schwandorfer ist laut Buschheuer ein erfahrener Seemann, der schon über 100 000 Seemeilen sowie eine Atlantik-Überquerung hinter sich hat. Als ehemaliger Polizeibeamter habe er außerdem viel Erfahrung mit Krisensituationen. Pirnke ist seit der Gründung mit an Bord des Projekts. In diesem Jahr sind 14 Einsätze geplant, in dem die "Sea-Eye" im Mittelmeer unterwegs ist. Die "Mission 7", bei der Pirnke Kapitän ist, endet am Freitag, 22. Juli. Telefonisch war der Schwandorfer vor seinem Einsatz leider nicht mehr erreichbar. Dafür bringt Buschheuer auf den Punkt, auf was es bei der Mission ankommt: "Wir wollen schnell genug zur Stelle sein, wenn uns ein Boot mit Schiffbrüchigen gemeldet wird. Die Boote sind zumeist hoffnungslos überfüllt und drohen jederzeit zu kentern." Die "Sea-Eye" rettete schon Hunderten Flüchtlingen das Leben.

SpendenDas Projekt ist sowohl auf Geld- als auch auf Sachspenden angewiesen. Infos gibt es im Internet (siehe Link). Überweisungen sind auf folgendes Konto möglich:

Konto Sea-Eye e.V.

IBAN: DE60 7509 0000 0000 0798 98

BIC: GENODEF1R01

Kreditinstitut: Volksbank Regensburg Stichwort: "Sea-Eye"

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Weitere Informationen:

www.sea-eye.org


Menschen auf der FluchtIn den ersten sechs Monaten dieses Jahres starben weltweit mehr als 3.600 Menschen auf der Flucht. Die Mehrzahl kam bei der Überfahrt von Afrika nach Europa im Mittelmeer ums Leben, wie die Organisation für Migration (IOM) bekannt gab: 2015 starben auf dieser Route 3770 Flüchtende, in diesem Jahr liegt die Zahl bereits Mitte Juli bei 2933 Toten.


Die Grafik zeigt die registrierten Todesfälle durch Ertrinken im Mittelmeer:
Infografik: Tausende Flüchtende sterben im Mittelmeer | Statista

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