Schwandorfer Markus Bäuml hilft bei Waisenhaus-Bau
Oberpfälzer Hilfe in Kenia

Einheimische und Helfer aus der Oberpfalz bauten eine Wasserleitung für das Waisenhaus. Bilder: kga (2)
Vermischtes
Schwandorf
30.08.2016
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Auch Schulunterricht wird im Waisenhaus angeboten.

In Kenia ist der Bau des Waisenhauses in der Nähe von Mamburi fast abgeschlossen. Die 2013 gegründete Organisation "Alternative Aid - Einsatz für ein besseres Leben" ist vor Ort. Mit dabei ist auch der Schwandorfer Markus Bäuml.

Johannes Unsicker und Tobias Viehauser riefen den Verein mit einigen Mitstreitern ins Leben. Mit Menschen aus Entwicklungs- und Schwellenländern zusammenzuarbeiten und gemeinsam Lösungen für ein selbstbestimmtes, besseres Leben zu entwickeln und diese mit ihnen umzusetzen - das war ihre Motivation bei der Gründung. "Wir arbeiten transparent und garantieren allen Spendern, dass Ihre Spendengelder zu 100 Prozent da ankommen, wo sie gebraucht werden", versichert Viehauser.

Um dies zu erreichen, zahlen die Mitglieder, die sich auf eine Reise begeben, um zu helfen, ihre Flüge, Unterkünfte und Verpflegung selbst. Seit der Gründung konnten sich mittlerweile schon 62 Mitglieder für den Verein begeistern und unterstützen nicht nur finanziell tatkräftig.

Weidener helfen mit


"Alternative Aid" hilft bei der Planung und dem Bau von Gebäuden, vor allem für Bildungseinrichtungen und der dafür nötigen Infrastruktur, wie der autarken Strom- und Wasserversorgung und der sanitären Einrichtungen. Zukünftig soll den Leuten in kleinen Landwirtschaftsschulen der Anbau von Gemüse, die Fruchtbarmachung der Böden und die Kompostierung sowie die Bodenbearbeitung beigebracht werden. Das Gemüse, das nicht zum Eigenverzehr benötigt wird, kann auf lokalen Märkten gewinnbringend verkauft werden.

Das größte Projekt der noch jungen Organisation ist der Bau eines Waisenhauses für Aids-Waisen in der Nähe von Mambrui im Osten von Kenia. Um den Bau zu stemmen, schloss sich "Alternative Aid" mit dem Weidener Verein "Giriama" und einer griechischen Organisation zusammen. Im Jahr 2014 erfolgte der erste Spatenstich und der Bau des ersten Gebäudetrakts begann. Mit dem Abschluss der Arbeiten standen die ersten Schlafräume und sanitären Einrichtungen bereit. Dem Umzug der damals 28 Kinder aus Ihrer 15 Quadratmeter kleinen Holzbaracke in das neue Waisenhaus stand somit nichts mehr im Wege.

Nach einem dreiviertel Jahr Pause startete 2015 der zweite Bauabschnitt mit weiteren Schlafräumen. Ein Klassenraum, ein Speisesaal sowie die Küche konnten begonnen werden. Höhepunkt war die Installation der Beleuchtung. Da es keinen Strom gibt, wurde dies mit Solarpanels verwirklicht. Diese laden tagsüber die Batterien, die in der Nacht die nötige Energie liefern, um die Räume mit sparsamen LEDs auszuleuchten. Die Freude der Kinder und auch der Angestellten des Waisenheims war groß. Endlich kann man bei Licht das Abendessen zu sich nehmen und auch nach der Schule noch die Hausaufgaben machen.

Arbeiten bei 40 Grad


Auch 2016 reisten mit dem Schwandorfer Markus Bäuml und Tobias Viehauser zwei Vertreter von "Alternative Aid" nach Kenia, um beim Bau tatkräftig mitzuhelfen. Als Metallbaumeister war der Rat und die Hilfe von Bäuml sehr gefragt. Vom Bau des metallenen Eingangstores und der Zimmertüren bis zur Dacheindeckung - die Erfahrung zahlt sich aus. "Es macht echt Spaß mit den Leuten auf der Baustelle zusammenzuarbeiten" sagte Bäuml. Die 40 Grad im Schatten schlauchten die beiden allerdings schon sehr. Ein weiteres Ziel was sich die beiden gesetzt haben, war die Wasserversorgung des Waisenheims.

Mit einer Solar-Tauchpumpe soll aus dem etwa 30 Meter entfernten Brunnen das Wasser in einen Hochbehälter gepumpt werden. "Die Schwierigkeit bestand darin, dass niemand wirklich sagen konnte, wie tief der Wasserstand ist und wie viel Wasser der Brunnen liefert. Aber mit solchen Schwierigkeiten muss man in Afrika rechnen", erklärt Viehauser. Es blieb also nichts anderes übrig als zu messen und es auszuprobieren.

Am Ende konnte eine stabile Wasserversorgung aufgebaut werden, welche etwa 1000 Liter Wasser am Tag fördert. Leider kann das Wasser nicht als Trinkwasser verwendet werden, da der Salzgehalt zu hoch ist. Dafür hat das "Alternative Aid"-Team allerdings bereits eine Lösung - eine kleine Entsalzungsanlage, die im kommenden Jahr in Betrieb gehen soll. Wenn der Bau des Waisenhauses vollendet ist, gibt es bereits neue Ziele. Für die Kinder des Waisenhauses und auch der umliegenden Ortschaften soll nach der Schule eine "berufliche" Ausbildung ermöglicht werden. Beliebte Berufe sind Tischler, Metallbauer, Elektriker und Koch. Aber am wichtigsten wird es sein, den Leuten zu zeigen, wie man Obst und Gemüse anbaut, um sich zumindest in der Regenzeit selbst versorgen zu können, oder auf den regionalen Märkten die Waren verkaufen zu können.

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Weitere Informationen im Internet:

www.alternativeaid.org

SpendenBank: VR-Bank Burglengenfeld

IBAN: DE76 7509 1400 0000 3579 79

BIC: GENODEF1BLF
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