Seit 20 Jahren gibt es im Landkreis Schwandorf die Notfallseelsorge
Geistlicher Beistand, wenn ein Unglück hereinbricht

Eine typische Situation, in der die Notfallseelsorge gerufen wird: Jemand ist schwerverletzt oder verstorben, das Opfer oder die Angehörigen oder auch die Retter brauchen seelischen Zuspruch. Bild: Unger
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Schwandorf
30.03.2016
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Vor allem bei tödlichen Unglücken, bei plötzlichen Todesfällen oder dem Überbringen einer Todesnachricht wird ihr Dienst geschätzt. Sie kümmern sich um unverletzte Unfallbeteiligte oder die Angehörigen der Verstorbenen, die zunächst unter Schock stehen. Die Rede ist von den Mitgliedern der Notfallseelsorge. Seit 20 Jahren sind sie im Landkreis Schwandorf im Einsatz.

Zu dem kleinen Team der Notfallseelsorger gehören Pfarrer Johann Trescher (Bodenwöhr), Pfarrer Thomas Senft und Pastoralreferent Alfred Gassner (beide Schwandorf), Pfarrer Heinrich Rosner und Pfarrerin Heidi Gentzwein (beide Schwarzenfeld), Pfarrerin Irene Friedrich (Nabburg/Pfreimd) und Pastoralreferent Christian Schmid (Penting). Sie alle loben die gute ökumenische Zusammenarbeit und das freundschaftliche Klima bei den gemeinsamen Treffen. In ihrer Ausbildung und mit Fahrtkosten werden sie von ihren Kirchen unterstützt, die Arbeit geschieht aber zusätzlich zum Gemeindedienst. Alle sieben Wochen übernimmt jeder von ihnen eine Woche lang den anstrengenden Dienst mit ständiger Erreichbarkeit durch Handy und Funkwecker.

2015 gab es 48 Einsätze


"Das Wichtigste ist, die betroffenen Menschen nicht alleine zu lassen, sondern ihnen zur Seite zu stehen und zu schauen, was sie in diesem Augenblick brauchen und was ihnen hilft, wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen", sagt Pfarrerin Irene Friedrich. Das könne Zuhören sein oder ein Gespräch oder gemeinsames Schweigen; aber auch Kontakt herstellen zu Verwandten oder vertrauten Bekannten, zum Krankenhaus oder zur Polizei, oder auf Möglichkeiten für weiterreichende seelische Begleitung hinweisen - etwa auf Gruppen wie "Verwaiste Eltern".

Oft nehmen die Angehörigen und selbst die Einsatzkräfte das Angebot des Notfallseelsorgers an, "in einem Gebet für den verletzten oder verstorbenen Menschen die verzweifelte Situation, den Schrecken und das Leid vor Gott zu bringen, und - wenn es die Rahmensituation erlaubt - den verstorbenen Menschen zu segnen und sich noch in der Situation von ihm zu verabschieden".

Im Jahr 2015 gab es 48 Einsätze für die Notfallseelsorger, oft mit Unterstützung des Kriseninterventionsteams der Johanniter in Schwarzenfeld. Für die Zukunft nehmen sich die Notfallseelsorger vor, am Aufbau einer Arbeitsgemeinschaft PSNV (Psychosoziale Notfallversorgung) im Landkreis Schwandorf mitzuarbeiten und den Kontakt zu Hilfsangeboten für Schulen zu suchen. Im Herbst ist ein Gottesdienst für Einsatzkräfte und Betroffene zum 20-jährigen Jubiläum des Dienstes geplant.

Mit Freude haben die Seelsorger diese Tage auf eine Spende der Sparkasse reagiert. Es gab für die sieben Helfer Dachaufsetzer und Einsatzwesten, die am Unfallort eine wichtige Funktion erfüllen.

Das Wichtigste ist, die betroffenen Menschen nicht alleine zu lassen, sondern ihnen zur Seite zu stehen.Notfall-Seelsorgerin Irene Friedrich
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