Selbst durch Schüsse nicht zu stoppen
Für Drogen auf Diebestour

Bei einem Einbruch im Gewerbepark Teublitz stellte die Polizei den 25-jährigen Täter. Er flüchtete und ließ sich auch durch fünf Schüsse nicht stoppen. Nun wurde der Mann zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Bild: Götz
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Schwandorf
12.05.2016
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Amberg/Schwandorf. Er brauchte jeden Euro für seine Drogensucht. Also begann ein Arbeiter aus Regenstauf im Juli letzten Jahres mit einer Einbruchsserie. Dabei kam er auch in den Kreis Schwandorf. Der 25-Jährige machte Beute in den Feuerwehrhäusern Ponholz und Pirkensee, drang bei einem Maxhütter Schützenverein ins Vereinsheim ein, sah sich nach gewaltsamem Vorgehen im Haidhofer Postverteilungszentrum um, wurde als Dieb auch beim ATSV Ponholz tätig.

Als der junge Mann am 8. September kurz nach 5 Uhr morgens mit seinem BMW im Teublitzer Industriegebiet an der TÜV-Prüfstelle vorfuhr, hatte er bereits 16 Einbruchsdiebstähle hinter sich. Die meisten davon verübt im Regensburger Umland. Er holte ein Flexgerät aus dem Kofferraum, verschaffte sich gewaltsam Zutritt, wollte den Tresor im Haus öffnen.

Durch einen Zeugen alarmiert, fuhren gegen 5.45 Uhr Streifenwagen der Polizei vor. "Da habe ich Panik bekommen", berichtete der 25-Jährige jetzt vor dem Amberger Schöffengericht. Er lief hinaus, wurde zum Stehenbleiben aufgefordert, sprang in seinen Wagen, gab Gas. Drei Uniformierte wurden gefährdet, mussten zur Seite springen. Aus Dienstwaffen feuerten sie fünf Schüsse ab. Eines der Projektile zerfetzte einen Reifen des Pkw. Dennoch gelang dem Einbrecher zunächst die Flucht. Später wurde er weit vom Tatort entfernt schlafend in seinem Wagen gefunden. Im Kofferraum lag eine Pistole, daneben das passende Magazin mit scharfen Patronen. "Ich hatte die Waffe nicht mit ins Gebäude genommen", hörte Richter Markus Sand jetzt vom Beschuldigten.

Im Zuge erster Ermittlungen kam der 25-Jährige vor den Untersuchungsrichter. Zu diesem Zeitpunkt wusste keiner, dass man einen Serieneinbrecher erwischt hatte. Deshalb wurde ein erlassener Haftbefehl unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Kaum auf freiem Fuß, setzte der Mann seines Diebestouren fort. Erst im Oktober kam er endgültig in U-Haft. Als sich Fahnder bei ihm daheim umsahen, wurden weitere scharfe Waffen gefunden, die offenbar aus Armeebeständen stammten. "Ich hätte sie nie zur Bedrohung anderer eingesetzt", beteuerte der Angeklagte jetzt.

Die Sachschäden bei den Diebestouren waren hoch, die Beute im Wert vergleichsweise niedrig. Oft einige Euro aus Getränkeautomaten, mitunter auch ein Sachen, die auf dem Schwarzmarkt verhökert wurden. Der Erlös diente zur Finanzierung des Drogenkonsums. Sein umfassendes Geständnis bewahrte den Arbeiter vor einem längeren Haftaufenthalt. Er bekam zwei Jahre zur Bewährung, muss sich aber freiwillig in eine längerfristige Entzugstherapie begeben. Wenn es nach Staatsanwalt Holger Vogl gegangen wäre, hätte der 25-Jährige für zweieinhalb Jahre hinter Gitter gemusst. (Seite 3)
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