Sonderausstellung zur Energiewende
Den Unterschied spüren

Vermischtes
Schwandorf
29.10.2016
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Energiewende vorantreiben

Schwandorf. (eld) Der Part des BN beschäftigt sich mit Energieeinsparung, Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. Schwandorf ist die 25. Stadt, in der diese vom Bayerischen Landesamt für Umwelt konzipierte Schau zu sehen ist. Vorher war sie im Industriemuseum in Lauf zu sehen. Für BN-Bildungsreferentin Ulli Sacher-Ley ist es wichtig, dass die Mitmach-Ausstellung mindestens vier bis sechs Wochen gezeigt wird, damit vor allem Schulklassen die Gelegenheit zum Besuch haben. Doch auch für Erwachsene bietet sie viele Tipps zum Energiesparen. Hauswandmodelle sind vor allem für Bauherren und Hausbesitzer interessant. "Ziel ist es die Energiewende mit voran zu treiben", sagt Sacher-Ley.

Der unumstrittene Star ist der LED-Stift. Mit 2,8 Watt verbraucht er praktisch nichts, hell macht er aber trotzdem. In der neuen Ausstellung im Stadtmuseum geht im Leuchtkoffer das Licht an und dem Besucher an den Mitmach-Stationen so manches Licht zum Energieverbrauch auf. An der Fensterwand ist der Unterschied direkt spürbar.

Die Hände auf die Dreifach-, Zweifach- und Isolierverglasung gelegt, es fühlt sich jedes Mal anders an. "Wenn Sie jetzt noch ein Feuerzeug an das Dreifachfenster halten, sehen Sie auch den Unterschied, nämlich drei Flammen", rät Ulli Sacher-Ley. Sie ist Referentin für Umweltbildung beim Bund Naturschutz (BN). Die Umweltschutzorganisation bestreitet den aktuellen und zukunftsweisenden Part der Schau "Energiewende - Hier geht allen ein Licht auf!?" und sensibilisiert zugleich für Energieverbrauch, -effizienz und erneuerbare Energien.

Spannend ist es bei den Stromfressern. Vier Schlüssel sperren die vier Schränke an dieser Station auf. Spart das Waschen auf 30 statt auf 60 Grad 120 oder 135 oder doch "bloß" 35 Euro im Jahr? Wie viel Strom wird unnütz vom Standby-Modus verschleudert? Dass der Hunger des Wäschetrockners groß ist, weiß nahezu jede Hausfrau. Aber kostet er nun 135 oder 150 Euro jährlich. Im roten Stoffsack neben der Kaffeemaschine liegt das Geld, das ausgegeben wird, wenn sie eine Stunde in Betrieb ist. Natürlich sind dort wie auch bei anderen Haushaltsgeräten keine echten Euromünzen versteckt.

Die Ausstellung will die modernen Errungenschaften, die am Stromnetz hängen, nicht madig machen, aber der banale und abgedroschene Spruch "Ohne Strom geht nichts" bewahrheitet sich in diesen Räumen. An einen Stromausfall wagt schon keiner mehr zu denken. Dabei ist es 2017 gerade Mal erst 90 Jahre her, dass fortschrittliche Schwandorfer Hausfrauen im Auftrag Oskar von Millers 1927 dem Elektroherd auf die Sprünge halfen. Die Vorbehalte gegen Neuheiten sind heute wie damals groß.

An das Wunder, dass sie nur einen Schalter betätigen und das Essen gekocht oder erwärmt wird, mochten Hausfrauen Anfang des 20. Jahrhunderts - der erste Elektroherd wurde 1910 konstruiert - nicht so recht glauben. Also machte der Gründer des E-Werks Oskar von Miller den Schwandorferinnen Lockangebote. Sie testeten den Elektroherd, waren mehr als zufrieden und revolutionierten dabei unwissentlich den Haushalt. Hausarbeit wurde leichter, denn schon bald gab es Heizlüfter, Wasserkocher, Tauchsieder und Backhauben. Eine heute aus der Mode gekommene Form mangels eines Bratrohrs Kuchen zu backen.

Und wie es der Zufall so will, wurde bei den Umbau- und Abrissarbeiten des ehemaligen E-Werks an der Ettmannsdorfer Straße heuer ein Erstlingsherd gefunden. Er, aus heutiger Sicht ein Stromfresser, hat einen prominenten Platz gleich neben dem Porträt Oskar von Millers. "Das ist ein Pfund mit dem wir gerne wuchern", bemerkt Museumsleiterin Eva Maria Keil. "Es ist noch wenig bekannt, dass diese Pionierleistung hier in Schwandorf stattgefunden hat", bedauert Oberbürgermeister Andreas Feller. Wie dem auch sei, die Pionierarbeiterin, die den Ausstellungsofen in ihrer Küche stehen hatte, war so überzeugt, dass sie ihn nicht gleich wieder hergegeben hat. Als zwei Schalter kaputt waren, wurden diese durch neue, wiederum modernere ersetzt und elektrisch weitergekocht.

Infos zur AusstellungDie Ausstellung "Energiewende - Hier geht allen ein Licht auf!?" bietet viel zum Mitmachen an und ist selbst erklärend. Auch ohne Führung steht der Besucher nicht im Dunkeln. Das macht nach den Worten von Museumsleiterin Eva Maria Keil eine gute Ausstellung aus. Die Rückschau - ein Modell des Bayernwerks, Strompapst Oskar von Miller sowie die Elektrizität in Schwandorf und im Kochgerät - ergänzt den nach vorne gerichteten Teil des BN vielsagend. Die Sonderausstellung ist bis zum 5. Februar 2017 jeweils Mittwoch, Freitag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr sowie Donnerstag von 12 bis 18 Uhr und nach jederzeit Vereinbarung zu besichtigen. (eld)

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Weitere Informationen:

www.schwandorf.de
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