Strafe wegen Beleidigung eines Polizeibeamten - Berufung noch zu verhandeln
Strafe wegen Beleidigung eines Polizeibeamten

Vermischtes
Schwandorf
15.01.2016
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Es hätte sehr interessant werden können. Doch nun muss man sich gedulden, bis der Angeklagte nach einem Klinikaufenthalt wieder so weit genesen ist, dass er vor der Schwandorfer Amtsrichterin Petra Froschauer persönlich erscheinen kann. Im östlichen Landkreis soll er, so lautete der ihm gemachte Vorwurf, einen uniformierten Polizisten als "Prolet" bezeichnet haben. Ist Prolet nun ein Schimpfwort, das als Beleidigung gewertet werden muss? Im Internet heißt es dazu bei Wikipedia: "Prolet ist die umgangssprachliche Verkürzung des Begriffs Proletarier und bezeichnet seit dem 19. Jahrhundert auf abwertende Weise Angehörige vor allem der städtischen Unterschicht, besonders Industriearbeiter." Heute, schreibt Wikipedia dann noch weiter, werde eine solche Titulierung auch für Menschen verwendet, "deren Umgangsformen und Lebensstil als unkultiviert empfunden werden".

Die Staatsanwaltschaft in Amberg hatte nach Abschluss ihrer Ermittlungen befunden, dass es beleidigend sei, wenn man einen Amtsträger als "Prolet" bezeichnet. Sie erwirkte deshalb einen Strafbefehl über 20 Tagessätze, ließ ihn zustellen und bekam prompt den Einspruch des Beschuldigten. Erst unmittelbar vor dem Prozess wurde dann offenkundig, dass sich der Mann in klinischer Behandlung befindet. Deshalb musste die Verhandlung vertagt werden.
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